Nürtingen

Reden und reden lassen

(von links) Petra Lenk, Victoria Skrybnicenko, Timo Saumweber, Erwin Lenk, Christian Jacob, Stefanie Single Foto: Silvia Sollner

NÜRTINGEN. Rund 120 Teilnehmer fanden sich vor kurzem ein, um den Film „Reden und reden lassen“ in der Stadthalle K3N zu sehen und sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen. Die Dokumentation von Psychiatrie Filme unter der Regie von Andrea Rothenburg wurde im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen mit Unterstützung der Krankenkasse Barmer hergestellt. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wochen der seelischen Gesundheit als Kooperationsveranstaltung des Sozialpsychiatrischen Dienstes Nürtingen und der Selbsthilfekontaktstelle Nürtingen statt. Sven Singler, Leiter des Amtes für Bildung, Soziales und Familien der Stadt Nürtingen, eröffnete den Abend.

In der Dokumentation wurde gezeigt, dass Selbsthilfe Leben verändern kann. Sie zeigte Menschen, die den Mut gefasst haben, über bipolare Störungen, Depressionen, Ängste, Traumata, Süchte und andere Belastungen zu sprechen.
Offen und ehrlich erzählten sie, was es bedeutet, in einer Selbsthilfegruppe anzukommen. Zuzuhören, zu sprechen, verstanden zu werden und wieder Halt zu finden. Der Austausch kann zur Stabilisierung, zur Rückkehr in die Eigenständigkeit und zur Stärkung psychischer Widerstandskraft beitragen.
Im Anschluss an den Film fand eine Diskussion mit Prof. Dr. med. Christian Jacob, Leiter der Psychiatrischen Abteilung der Medius Kliniken Kirchheim, Stefanie Single, Leiterin des Sozialen Dienstes der Medius-Kliniken, sowie den Protagonisten des Films Petra und Erwin Lenk sowie Timo Saumweber und dem interessierten Publikum statt.

Prof. Dr. med. Christan Jacob stellte auf Frage die Aufgaben der Psychiatrischen Abteilung vor. Die Klinik macht Notfallversorgung und hat 24 Stunden Bereitschaft. Die Kirchheimer Klinik hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert.
Das Entlassmanagement von Psychiatrischen Einrichtungen war ein weiteres Thema der Diskussion. Oft finden die Patienten im Anschluss an den Aufenthalt nicht gleich einen Therapieplatz, dies kann bis zu einem halben Jahr dauern.
Daher kann die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe ein möglicher Weg für Betroffene sein.

Dank gilt den Selbsthilfegruppen, auch den Protagonisten des Films, dem Ehepaar Lenk und Timo Saumweber, die in der Selbsthilfegruppe BIPO-Kiste in Augsburg seit 18 Jahren tätig sind. Sie leisten eine wichtige Arbeit im Gesundheitswesen.
Die Teilnehmer stellten fest, dass der Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonal immer wichtiger wird.

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