NÜRTINGEN. Einen spannenden Nachmittag erlebten die Nürtinger Minigärtner beim Besuch der Igelhilfe im Enzenhardt. Anja Kaufmann empfing die Kinder und gab ihnen Einblicke in die Arbeit der Igelpflege.
Gerade im Spätsommer ist dort viel zu tun: Jungtiere kommen zur Welt und müssen genug Kraft für den Winter sammeln. Gleichzeitig bedrohen Verkehr, Gartengeräte, Hunde und fehlende Lebensräume die stacheligen Gartenbewohner. Kehren Igelmütter nicht zu ihren Nestern zurück, sind die Jungen oft auf menschliche Hilfe angewiesen.
Anja Kaufmann nimmt geschwächte oder verwaiste Igel auf, versorgt sie, pflegt Verletzungen und bereitet sie auf die spätere Auswilderung vor. Dabei gilt: Der Igel bleibt ein Wildtier und gehört in die Natur.
Während des Besuchs erfuhren die Kinder, dass Igel zu den ältesten Säugetierarten Europas zählen und in mehreren Ländern bereits als gefährdet gelten. Neben Straßenverkehr und Gartenarbeiten setzen ihnen Insektenrückgang, Pestizide, Trockenheit und Starkregen zu. Dabei sind Igel nützliche Gartenbewohner: Sie fressen Insekten, Larven und Schnecken und tragen so zum natürlichen Gleichgewicht bei.
Besonders begeistert waren die Minigärtner, als sie drei junge Igel und den verletzten Igel „Jonas“ aus der Nähe beobachten und vorsichtig streicheln durften. Danach packten die Kinder selbst mit an: Sie erneuerten das Dach eines Futterhauses, reinigten Pflegeboxen, zerkleinerten Zeitungspapier als Einstreu und richteten Unterkünfte wieder her.
Zum Abschluss appellierte Anja Kaufmann an Gartenbesitzer, Igeln mehr Lebensraum zu bieten: naturnahe Ecken, Laubhaufen und Rückzugsmöglichkeiten helfen den Tieren. Auch geeignete Auswilderungsplätze werden gesucht.
Ein Dank gilt dem Regionalsponsor Gartenmetall, der den Gruppenstart der Nürtinger Minigärtner 2026/2027 ermöglicht hat.