NÜRTINGEN. Während vielerorts die Aufmerksamkeit dem parallel stattfindenden Fußballspiel galt, erlebten die Besucherinnen und Besucher in der Kreuzkirche einen ganz anderen Höhepunkt: Das Serenadenkonzert „Alles jauchzet, alles lacht“ begeisterte mit einem anspruchsvollen Programm und großer musikalischer Ausdruckskraft.
Klangschönheit, stilistische Vielfalt und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel prägten den Konzertabend. Lehrkräfte der Musik- und Jugendkunstschule Nürtingen, Annette Schäfer (Violine) und Elena Benditskaia (Klavier), musizierten gemeinsam mit Gastsolistin Katharina Schwarz (Sopran). Unter dem Titel „Alles jauchzet, alles lacht – Musik zwischen Seele und Saiten“ präsentierten die drei Musikerinnen Werke aus Barock, Romantik und Moderne.
Den Auftakt bildeten Arien von Georg Friedrich Händel. Es folgte eine Liedauswahl mit Werken von Richard Strauss, Johannes Brahms, Antonín Dvořák, Gustav Mahler, Pjotr Tschaikowsky und Giacomo Puccini. Dabei entführte Katharina Schwarz das Publikum in unterschiedliche musikalische Ausdruckswelten. Die Spannweite reichte von inniger Melancholie bis hin zu leidenschaftlicher Dramatik.
Die Sängerin überzeugte mit ihrer warmen, lyrischen Sopranstimme und einer fein nuancierten Gestaltung der Texte. Besonders beeindruckte das ausgewogene Zusammenspiel von Gesang, Violine und Klavier. Die drei Musikerinnen begegneten sich auf Augenhöhe und ließen die Werke in einem lebendigen musikalischen Dialog entstehen. Auch anspruchsvolle Passagen und schwierige Höhen meisterte Katharina Schwarz mit bemerkenswerter Leichtigkeit. Mit ihrem klangvollen Violinspiel bereicherte Annette Schäfer die Liedbeiträge auf vielfältige Weise. Präzise Phrasierung und stilistische Sicherheit verliehen den Werken zusätzliche Ausdruckskraft. Zugleich erwies sie sich als aufmerksame Kammermusikpartnerin.
Elena Benditskaia überzeugte am Klavier als einfühlsame und versierte Partnerin. Mit klarem Anschlag und technischer Souveränität setzte sie wichtige Akzente. Für einen reizvollen Kontrast sorgten Bearbeitungen aus Dmitri Schostakowitschs Jazz-Suite. Den Walzer präsentierte die Pianistin solistisch mit beeindruckender Virtuosität. Im Foxtrott entwickelte sich zwischen Klavier und Violine eine beschwingte, beinahe tänzerische Leichtigkeit. Die humorvollen und rhythmisch markanten Stücke bildeten einen Gegenpol zu den romantischen Liedkompositionen.
Mit dem Operettenausschnitt „Spiel auf deiner Geige“ fand der Konzertabend einen mitreißenden Abschluss. Noch einmal zeigten die drei Musikerinnen die Qualitäten ihres fein abgestimmten Zusammenspiels und begeisterten mit Ausdruckskraft und Spielfreude. Der herzliche Applaus des Publikums spiegelte die große Begeisterung des Publikums wider. Zugleich wurde deutlich, welch hohe musikalische Qualität die Lehrkräfte der Musik- und Jugendkunstschule Nürtingen nicht nur im Unterricht vermitteln, sondern auch auf der Konzertbühne eindrucksvoll unter Beweis stellen.