OBERBOIHINGEN. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr besuchten auch dieses Mal wieder zahlreiche Gäste das Sommer-Open-Air des Musikvereins Oberboihingen in der stimmungsvollen Kulisse des „Alten Friedhofs“. Die Jugendkapelle eröffnete das Konzert fulminant: Mystisch und dramatisch entführten die jungen Musikerinnen und Musiker das Publikum mit Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ in die Pariser Unterwelt. Direkt im Anschluss wechselte die Jugend die Stimmung und brachte die Tanzfläche zum Beben. Mit Elton Johns Megahit „Crocodile Rock“ von 1972 brachten sie ihre Instrumente ordentlich zum Rocken.
Im Anschluss vereinten Jugend- und Stammkapelle ihre Kräfte für eine kurze gemeinsame Musikreise. Zuerst ging es mitten in die afrikanische Savanne. Hatte sich die „Elefantenherde“ bei den Proben noch etwas träge gezeigt, lief sie beim Auftritt zur Höchstform auf und riss das Publikum mit dem „Safari Beat“ mit. Ohne Atempause reiste das Gesamtorchester weiter zurück in die 80er-Jahre: Mit dem unvergesslichen Soundtrack zu „Flashdance – What a Feeling“ versprühten die Musikerinnen und Musiker pure Lebensfreude, bevor es in eine kurze, wohlverdiente Umbaupause ging.
Nach der Erfrischungspause übernahm die Stammkapelle komplett das Kommando und startete traditionell. Mit dem Prachtmarsch „Arsenal“ von Jan Van der Roost wurde der zweite Konzertteil kraftvoll eingeläutet. Danach ging die Reise direkt weiter in den Wilden Westen: Die unvergesslichen Melodien von Martin Böttcher weckten mit „Winnetou & Old Shatterhand“ sofort Erinnerungen an Blutsbrüderschaft, Freiheit und große Abenteuer. Rauchig, rockig und absolut legendär wurde es beim anschließenden Medley „Joe Cocker in Concert“. Hits wie „Unchain My Heart“ und „You Can Leave Your Hat On“ ließen das Feeling einer der markantesten Stimmen der Musikgeschichte aufleben. Mit einem Zeitsprung von über 110 Jahren zurück brachte die Kapelle danach echten Swing auf den Friedhof: Bei Irving Berlins Klassiker „Alexander’s Ragtime Band“ hielt es niemanden mehr ruhig – Klatschen und Mitschnippen waren ausdrücklich erwünscht.
Jeder schöne Abend geht einmal zu Ende, und so läutete die Stammkapelle mit der stimmungsvollen Polka „Eine letzte Runde“ den gemütlichen Ausklang ein. Vorab war es der Kapelle jedoch ein großes Anliegen, Danke zu sagen. Ein ganz besonderer Dank und Applaus galt dem Dirigenten Marco Mayer für die hervorragende Vorbereitung und musikalische Leitung beider Orchester an diesem Abend.
Ein ebenso großes Dankeschön ging an das fantastische Publikum für den Applaus, den Besuch und die Unterstützung. Als humorvolle Zugabe mit absoluter Ohrwurm-Garantie flogen „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ samt imitierten Triebwerksgeräuschen durch den Alten Friedhof. Im Anschluss ließen Musiker und Gäste den herrlichen Sommerabend bei kühlen Getränken, restlichem Fingerfood und guten Gesprächen harmonisch ausklingen.