NÜRTINGEN. 40 Jahre Stephanushaus - das war für die evangelische und katholische Kirchengemeinde im Roßdorf ein Anlass, dieses Jubiläum mit einigen Aktionen zu feiern. Die erste war ein Ständerling unter der vor 40 Jahren gepflanzten Kastanie am Eingang des Stephanushauses, die schon immer ein beliebter Treffpunkt war. Pfarrer Mohl stieß auf diese 40 Jahre mit den Gästen an und wies darauf hin, dass die Zahl 40 eine „heilige Zahl“ in der Bibel sei. Bei Sekt und/oder Orangensaft sowie kleineren Knabbereien gelang bei herrlichem Wetter ein besinnlicher Auftakt zur Festwoche, musikalisch untermalt von Reinmar Wipper am E-Piano.
Im ökumenischen Eucharistiegottesdienst zwei Tage später betonte Monika Schmid den hohen Stellenwert der Ökumene im Roßdorf, sichtbar in den vielen gemeinsam begangenen kirchlichen Festen. Pfarrer Paul Bosler verwies in der Predigt auf die Wichtigkeit eines festen Ortes für den Glauben, Pater Saji betonte das vertrauensvolle Miteinander der vergangenen 40 Jahre. In den Fürbitten bat Enzo di Lieto unter anderem um Frieden auch unter den Religionen. Der ökumenische Chor unter Leitung von Yvonne Denecke war mit einem musikalischen Beitrag zu hören.
Nach dem Gottesdienst gab es unter der Kastanie zunächst eine Pizza von der Bäckerei Luna, zum Ausklingenlassen des Gehörten. Nach einer kurzen Pause ging’s dann gegen 14.30 Uhr weiter mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen und vielen guten und interessanten Gesprächen. Musikalisch begleitet wurde der Nachmittag von Arnold Eschbach (Posaune) und Christian Meyer-Hof (Saxophon). Die Gesamtleitung hatte Silke Altmann-Pötzsch, unterstützt von vielen Helferinnen und Helfern.
Eine besondere Freude war, dass Pfarrer Eberhard Grötzinger mit seiner Frau aus Stuttgart gekommen war. Grötzinger hatte in den 80er Jahren zusammen mit seinem katholischen Kollegen, Kurat Knor, den Bau des Stephanushauses vorangetrieben. Grötzinger hatte mit Dekan Walker den evangelischen Teil des Stephanushauses am 6. September 1986 eingeweiht, acht Tage später folgte der Weihegottesdienst des katholischen Teils mit Weihbischof Franz-Joseph Kuhnle. Grötzingers Motto: „Gib uns Mut, in die Zukunft zu schauen.“ Und in Bezug auf seine alte Wirkungsstätte sagte er: „Wir brauchen das Stephanushaus, weil dort viele Angebote für den Stadtteil untergebracht sind.“
Den Abschluss der Festwoche bildete am 19. September das Kirchenkabarett „Die Vorletzten“. Das „Vorletzte“ sei der irdisch-menschliche Raum, den die Kabarettisten, der Stuttgarter Stadtdekan Søren Schwesig und der Ulmer Münsterpfarrer Peter Schaal-Ahlers, unter die Lupe nehmen und „die Menschen mit ihrem Verhalten mustern“. So unternahmen sie einen liebevollen Streifzug durch die schwäbische Seele. Zum Abschluss konnten sich die beiden einen Blick auf die Politik nicht verkneifen: Sie und das Publikum sangen das 1848er Revolutionslied „Die Gedanken sind frei“ – ein Appell, die Demokratie zu verteidigen.