UNTERENSINGEN. „Das muss ich kurz googeln!“ – dieser Satz fiel an unserem Digital-Detox-Wochenende erstaunlich oft. Nur: Dieses Mal ging das nicht. Nach dem gemeinsamen Startfoto verschwanden die Handys in den Rucksäcken. Fast zwei Tage lang wollten wir ausprobieren, wie es sich anfühlt, nicht ständig erreichbar zu sein, nichts nachzuschauen und nicht nebenbei noch zehn andere Dinge zu erledigen.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es vom Parkplatz Hexensattel in Deggingen durch Wald, über Wiesen und Wacholderheiden. Bei einer alten Eiche machten wir unser gemeinsames Picknick – jede hatte eine Kleinigkeit mitgebracht und so wurde daraus ein richtiges Schlemmerbuffet.
Ein besonderer Moment war anschließend unser Waldbaden. Wir klopften den Alltag ab, atmeten bewusst durch und legten uns ins Gras, um durch die Baumkronen in den blauen Himmel zu schauen. Wir suchten uns Lieblingsbäume, ertasteten Naturmaterialien mit geschlossenen Augen und ließen uns ganz auf den Wald ein. Es war erstaunlich, wie schnell aus „Wald“ wieder ein Ort voller Geräusche, Gerüche und kleiner Entdeckungen wurde.
Weiter ging es über den HW1 zum Wasserberghaus, wo wir auch über Nacht blieben. Dort wurde viel geredet, gelacht und natürlich auch das Handy vermisst. Gleichzeitig merkten wir, wie gut es tat, den Menschen am Tisch wirklich zuzuhören, statt zwischendurch aufs Display zu schauen.
Am Sonntag starteten wir mit Yoga draußen in der Morgensonne. In Wanderschuhen und teilweise Jeans war das zwar nicht unbedingt die bequemste Yoga-Stunde unseres Lebens – dafür eine der lustigsten. Spätestens beim anschließenden Lachyoga war jeder wach und gut gelaunt.
Auf dem Rückweg über den Orchideenpfad gab es weitere kleine Naturmomente. Nach rund 16 Kilometern über zwei Tage waren sich alle einig. Das Wochenende hat gutgetan. Weniger Nachrichten, weniger „mal eben“, weniger gleichzeitig – dafür mehr Natur, mehr Gespräche, mehr echtes Lachen und mehr Zeit füreinander.