Neuffen

Die Gefahr fliegt immer mit

Im Pulk ging es zur nächsten Wende. Foto: Martin Scheel

NEUFFEN. Wenn die besten 120 Pilotinnen und Piloten am Start sind und die aus Frankreich gewinnen, ist Weltcup. Wie bei der Formel 1 zieht der Tross der Weltbesten beim Paragliding World Cup von einem Wettbewerb zum nächsten, auf allen Kontinenten. Schon die Qualifikation für dieses Feld gilt in Fliegerkreisen als Auszeichnung. Entsprechend geht es bei diesen Rennen auch zur Sache. In der letzten Juliwoche durften sich Heinrich Bretz und Matthis Nedele in Gemona in Norditalien mit dem Weltklassefeld messen. Wie so oft im Friaul verlangten die Aufgaben und die Bedingungen den Piloten alles ab.

So berichtet Bretz, dass er beim vorletzten Rennen über 80 Kilometer mehr als drei Liter Gewicht verloren hatte. Aber nicht nur physisch gehen die Flieger an die Grenzen. Auch psychisch. Ferdi Vogel, der 20. wurde, schreibt: „Die Leistungsdichte hat so sehr zugenommen, dass wir regelmäßig alle am selben Fleck sind. Leichte Kollisionen werden üblicher. „In diesen Situationen immer noch schnelle Entscheidungen zu treffen, die auch die richtigen sind, gelingt nur den Besten. Weil die Aufgabenstellung es vorsah, die Teilnehmer immer wieder aus den Bergen hinaus in das Flachland Richtung Adria zu schicken, kamen die Teilnehmer oft so tief, dass die Suche nach einem Landeplatz einherging mit der Suche nach dem letzten doch noch rettenden Thermikbart.

Im Ziel ging es dann zu wie bei der Tour de France: Mehr oder weniger geschlossen raste der Pulk Richtung Ziel, und dann entschied der Sprint. Die Abstände lagen in der Regel im Sekundenbereich, nach Dreiecks-, Strecken- und Zickzackflügen zwischen 80 und 100 Kilometern. Deshalb ist auch die Platzierung, Bretz belegte Rang 73, wenig aussagekräftig: „Für mich in keiner Weise enttäuschend. Das Teilnehmerfeld ist so gut, das habe ich noch nie erlebt. So effektiv beim Kurbeln. Damit ist das Drehen in der Thermik zum Steigen gemeint. So punktgenau bei der Linienwahl, ganz gleich ob junger Franzose oder alter Hase. Es ist eine Freude, mitmachen zu können ...“, so sein Fazit. Matthis Nedele belegte Platz 75.

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