Nürtingen

Bioland-Fortbildung zu Bewässerung im Gemüsebau

Die Bioland-Fachgruppe Gärtner Tübingen bildete sich zu Techniken und Herausforderungen in der Bewässerung fort. Foto: Dominik Strobel, Bioland e. V.

NÜRTINGEN. Wie lässt sich Wasser im kleinflächigen Gemüsebau effizient nutzen? Dieser Frage widmete sich eine Fachveranstaltung Anfang Juli auf dem Hopfenhof bei Nürtingen. Nach den intensiven Hitzewochen stieß das Thema auf großes Interesse: 22 Gemüsebäuerinnen und ‑bauern aus ganz Baden-Württemberg nutzten die Gelegenheit und erweiterten ihr Praxiswissen zu Methoden der künstlichen Bewässerung. Durch den Abend führten David Traub, langjähriger Bioland-Landwirt und Bewässerungsexperte, sowie Patrik Weinmann von der Bioland-Fachberatung. Im Mittelpunkt standen drei Fragen: Woher kommt das Wasser? In welcher Menge und Qualität steht es zur Verfügung? Wie gelangt es zu den Pflanzen? Der Handlungsdruck wächst, denn der Klimawandel führt auch in Deutschland immer häufiger zu langen Trockenperioden.

Bewässerung im Biolandbau versorgt im Idealfall nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch den umliegenden Boden. Ein lebendiger, humusreicher Boden kann Niederschläge besser aufnehmen, speichern und bei Bedarf an die Pflanze abgeben. Nach Einschätzung von Traub sind viele Betriebe und Kommunen auf den steigenden Bewässerungsbedarf nicht ausreichend vorbereitet. Gemeinschaftliche und betriebsübergreifende Lösungen müssten hier stärker ins Auge gefasst werden, so der Bewässerungsexperte. Gleichzeitig gerät der Gemüsebau bei Wasserknappheit oft zuerst in den Fokus von Einschränkungen – obwohl er zentral für die regionale Lebensmittelversorgung ist.

Die Veranstaltung zeigte, dass aufseiten der Betriebe großes Interesse an Bewässerungslösungen für den kleinflächigen, biologischen Gemüsebau besteht. Steigende Kosten und intensivere Trockenperioden erhöhen den Anpassungsdruck. Der Biolandbau hat bei der Wasserversorgung einen systemischen Vorteil: Durch humusreiche Böden mit vielfältigen Fruchtfolgen kann Feuchtigkeit besser gespeichert und genutzt werden, sodass Pflanzen mit temporären Trockenphasen eher zurechtkommen.

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