NEUFFEN. Die Wettberwerbssaison der Fußstartflieger ist in vollem Gange. Während die einen jeden guten Tag, und derer gab es viele an der Schwäbischen Alb, nutzten, um möglichst weite Strecken zurückzulegen, maßen und messen sich die anderen mit Piloten und Pilotinnen aus der ganzen Welt bei Wettbewerben. Vor allem der Juni meinte es bisher gut mit den Neuffener Fliegern. Wie schon im vergangenen Jahr zog sie der Bodensee magisch an, war er doch bei den höllischen Temperaturen auch ein fast himmlisches Ziel. Den längsten „Ritt“ unter den Wolken erlebte einmal mehr Lorenz Ziegler, der von der Alb über den Schwarzwald und die Rheinebene nach Colmar flog, wo er nach nur vier Stunden gesund landete. Für die Wettbewerbspiloten ging es beim Schmittenpokal bei Zell am See um Punkte. 123 Gleitschirmflieger und -fliegerinnen aus allen Herren Ländern lieferten sich einen anspruchsvollen Wettkampf. Leider konnten, wetterbedingt, nur drei Durchgänge von vier geplanten gestartet werden. Matthias Nedele belegte den überragenden 5. Platz, Michael Dreher kam als 30. ins Ziel und Heinrich Bretz als 44., alle Mitglied im DC Hohenneuffen. Es ging weiter in Greifenburg, Kärnten. 84 Gleitschirmpiloten und 15 ‑Pilotinnen aus 14 Ländern versammelten sich im Drautal, um an den 50. Internationalen Hessenmeisterschaften teilzunehmen. Ein Höhepunkt war die erneute gemeinsame Austragung des Wettbewerbs mit den Drachenfliegern. Die Neuffener Farben vertraten Klaus Renz bei den Drachen und Christian Frank und Udo Hörz bei den Gleitschirmen. Renz, der sich selbst immer noch als Rookie im Wettbewerbssport sieht, konnte sich von Beginn an im Mittelfeld behaupten und jedes vorgeschriebene Dreieck über circa 90 Kilometer vollenden; bei der Geschwindigkeit konnte er noch nicht mit den Besten mithalten. Weil er den 3. Durchgang auslassen musste, Renz absolvierte auf der Hahnweide bei der 100-Jahr-Feier des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes einen Fallschirmsprung, und das letzte Rennen dem Wetter zu Opfer fiel, belegte er letzten Endes Rang 14 von 24 Piloten aus neun Ländern.
Wesentlich enger ging es bei den Gleitschirmen zu. Jeden Morgen suchten sich die knapp 100 Teilnehmer auf der Emberger Alm einen der begrenzten Plätze zum Auslegen des Schirms. Nach Vorstellung der Aufgabe konnte sich jeder einen möglichst günstigen Zeitpunkt suchen, um in die Luft zu kommen. Dort, hoch über dem Drautal, lauerte dann der komplette Pulk auf den fliegenden Start. Die ersten beiden Tage beendeten die Neuffener zufrieden im vorderen Feld. Der Einsatz eines Rettungshubschraubers, ein Drachenflieger verletzte sich bei einem Fehlstart, führte zum abrupten Abbruch des 3. Rennens. Auch das 4. am Sonntag konnte aufgrund des Wetters nicht zu Ende geflogen werden. Nach nur wenigen Kilometern war das Fliegen beendet, so dass Hörz und Frank in ihrer Aufholjagd gebremst wurden. So wurde es Platz 28 für Hörz und Platz 54 für Frank.