Nürtingen

Auf den Spuren des Nürtinger Spitals

Dem Spital auf der Spur. Das Stadtmuseum Nürtingen nahm die Teilnehmer mit auf eine packende Tour durch die Geschichte. Foto: Jürgen Müller

NÜRTINGEN. Was für ein spannender Blick in die Vergangenheit: Die SPD Nürtingen hatte zu einer exklusiven Sonderführung in das Stadtmuseum eingeladen, und 18 geschichtsbegeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Das Thema des Tages: Das Nürtinger Spital – eine Institution, die unsere Stadt über Jahrhunderte geprägt hat.
Kaum zu glauben, aber das schlichte Dokument, mit dem Ferdinand von Österreich 1526 die Gründung des Spitals besiegelte, feiert bald sein 500-Jahre-Jubiläum. Obwohl das Spital im Landesvergleich eher spät entstand, legte es eine steile Karriere hin: Es entwickelte sich zu einem der vermögendsten Spitäler des ganzen Landes und war einst der größte Grundbesitzer der Stadt.

Dabei ging es keineswegs nur um die Pflege von Armen und Kranken „zu Vnnterhaltung der armen dürfftigen Leut“, wie es im alten Text heißt. Das Spital war ein echtes Allround-Talent der Sozialfürsorge. Von der Waisen- und Witwenversorgung über die Katastrophenhilfe im Notfall bis hin zur Darlehenskasse und zum Schulträger. Damit ist der Grundstein für Nürtingen als Schulstadt gelegt worden.

Im Museum durfte die Gruppe nun tief in diese Welt eintauchen – vorbei an historischen Urkunden, Verträgen und Eiden hin zu den Geschichten von Oberpflegern, Spitalmeistern und Spitalknechten, die damals mit Geld, Wein und Getreide jonglierten.

Beim anschließenden Austausch wurde die Brücke in die Moderne geschlagen. Damals wie heute gilt: Die städtischen Kassen sind selten randvoll. Das Spital hat damals gezeigt, wie erfolgreich eine städtisch verwaltete Institution wirtschaften und gleichzeitig Gutes tun kann.
Da kam in der Runde schnell die Frage auf, ob dies nicht auch ein Modell für das 21. Jahrhundert wäre. Gerade in Zeiten knapper Kassen könnte es sich lohnen, wieder verstärkt auf eigene Betriebe unter städtischer Verwaltung zu setzen – wie zum Beispiel im Bereich des kommunalen Wohnbaus.

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