NÜRTINGEN. Der Name Himmelspforte wurde 2003 von Alejandro Gamarra geprägt. So benannte er den von ihm kreierten Rundweg durch einen Teil der katalanischen Pyrenäen mit einem kleinen Abstecher nach Frankreich. Mit dieser Bezeichnung wollte er die magische, einsame und erhabene Atmosphäre dieser Tour beschreiben. Und schon mal vorab: Herr Gamarra hat nicht übertrieben.
Ausgangspunkt der Wanderung war für die zwölfköpfige Gruppe der Ort Tavascan, eine vierstündige Autofahrt von Barcelona entfernt. Die Himmelspforte-Tour ist in vier Etappen aufgeteilt, unterwegs wird in Hütten übernachtet. Um dem katalanischen Himmel etwas näher zu sein, braucht es den erfahrenen und fitten Bergsteiger – sind doch in vier Tagen 65 Kilometer bei 5500 Höhenmetern im Auf- und Abstieg zu meistern. Der Nürtinger Peter Vohmann hatte nicht nur die Tour ausgesucht, er übernahm auch in perfekter Weise die Organisation für die Übernachtungen im Hotel, auf den Hütten und für den Bustransfer.
Am Tag eins marschierte die Gruppe zuerst am Fluss Tavascan entlang, später führte der Weg steil durch einen Laubwald bis die ersten Hochwiesen erreicht waren. Der erste See auf der Runde, der Estany Blau, lag vor ihnen. Diesem werden in den nächsten Tagen noch viele weiter folgen. Die Seen prägen zu einem wesentlichen Teil die Landschaft im Nationalpark Parc Natural de l’Alt Pirinieu. Ein Teil der Wanderer bestieg den 2853 Meter hohen Pic de Certescan, die anderen machten sich schon auf zum Abstieg zur Unterkunft Refugi de Certescan. Die Hütten auf der Tour bieten den notwendigen Komfort. Das Abendessen mit mehreren Gängen war jeweils schmackhaft und reichlich.
Am nächsten Tag stand die spruchvollste Teilstrecke auf dem Programm. Ein ständiges Auf und Ab bei insgesamt 1350 Höhenmetern. Am ersten Übergang beim Port de l’Artiga wurde die Grenze nach Frankreich überschritten. Ein spruchvolles Blockgelände im Abstieg war anschließend zu meistern. Das Springen von einem Block zum anderen beanspruchte nicht nur die Muskulatur, sondern erforderte auch die notwendige Konzentration. Auf der anderen Seite des Tales erfolgte der nächste steile Anstieg. Oben angekommen konnte man in der Ferne das Tagesziel das Refuge du Pinet ausmachen. So nah und doch so fern, es sollten noch einige Stunden vergehen, bis die französische Hütte erreicht war.
Mit der dritten Etappe stand die Besteigung des Pic d’Estats auf dem Programm, mit 3143 Meter der höchste Berg in Katalonien. Aber der Wettergott meinte es ausgerechnet an diesem Tag mit den Nürtingern nicht gut – Nebel und Nieselregen begleiteten die Gruppe von Beginn an. Über Geröll und Fels erfolgte der Aufstieg auf den Col de la Coumette. Den Gipfel von dort nahm nur ein Teilnehmer der Gruppe in Angriff, die schlechte Sicht vermieste den anderen, dem katalanischen Himmel noch näher zu kommen. Der Abstieg, jetzt wieder auf spanischer Seite, endete beim Refugio de Vallferrera.