Maike Pfuderer, Stuttgart.
ARD-Tagesthemen vom 6. Mai 2026 – „Die CDU-Basis hat das Wort.“ Ausgerechnet Vertreter der CDU aus dem heimischen Nürtingen kamen dabei zu Wort. Der Fraktionschef Kunzmann erklärte eingangs, Friedrich Merz habe recht – ausdrücklich auch mit dessen Äußerungen zum „Stadtbild“. Was für ein Weltbild steckt dahinter? Wenn Einfalt das Gegenteil von Vielfalt ist, dann könnte man diese Aussagen tatsächlich als ausgesprochen einfältig bezeichnen. Für den Vorsitzenden der größten Gemeinderatsfraktion einer weltoffenen Stadt ist das erschreckend. Es passt nicht zu dem Bild, das Nürtingen von sich selbst vermittelt.
Doch damit nicht genug: Sein Stellvertreter Andreas Deuschle plädiert offen für eine Zusammenarbeit mit den Verfassungsfeinden, die sich wahrheitswidrig „Alternative für Deutschland“ nennen. Ein Pakt mit Demokratiefeinden – was daran soll noch bürgerlich sein? Als ehemaliges Mitglied von Junge Union und CDU Nürtingen frage ich mich ernsthaft, auf welche Abwege Teile der Partei geraten sind.
Die entscheidende Frage lautet: Wann wacht die CDU insgesamt auf? Friedrich Merz erinnert zunehmend an den Kaiser aus Hans Christian Andersens Märchen – geschniegelt und geschniegelt, aber ohne die versprochenen Kleider. Wo ist das Kind, der mutige Mensch in der CDU, der diese Entwicklung offen anspricht?
Wir brauchen die CDU als festen Bestandteil der demokratischen Parteienlandschaft – nicht als Wegbereiter eines neuen Rechtsextremismus.
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