Johannes Heimann, Nürtingen.
Auf den ersten Blick scheinen die Rollen klar verteilt: die „Bösen“, der „Schurkenstaat“, das ist der Iran, gegen den alle Maßnahmen erlaubt sind. Die „Guten“ sind trotz mancher Trumpscher Störung die USA. Diese vertreten Menschenrechte, Demokratie und Freiheit. Doch so einfach sind die Dinge nicht:
Ich möchte gar nicht lange auf den von CIA 7 MI orchestrierten Sturz des demokratisch gewählten iranischen Präsidenten Mossadegh, die Implementierung des Schah-Regimes, die Gegenreaktion mit Khomeini und die jahrzehntelange Missachtung aller reformwilligen Kräfte eingehen. Dies alles stellt den westlichen Staaten schon ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Dass die Regierung des Iran so menschenverachtend ist, ist auch Ergebnis westlicher Politik.
Die völkerrechtswidrigen Angriffskriege von Israel und den USA erst im Juni 2025 und jetzt seit Februar 2026 stellen die vergangenen Verbrechen weit in den Schatten. Netanjahu und Trump prahlen damit, Menschen wie beispielsweise Khamenei ermordet zu haben. Über die zivilen Opfer im Iran berichtet die hiesige Presse wenig. Das Wenige, was durchgesickert ist, reicht aus: Schon die Bombardierung einer Mädchenschule ist ein schweres Kriegsverbrechen.
Ich hätte mir gewünscht, die EU insgesamt hätte die den Krieg verurteilende Haltung des spanischen Präsidenten Pedro Sánchez übernommen. Spätestens seitdem Trump einen Genozid angekündigt hat, hätte ein Aufschrei der Empörung durch Europa hallen müssen. Deutschland hätte die Verwendung von Ramstein für amerikanische Kriegsplanung verbieten müssen. Sagt nicht das Grundgesetz, dass von deutschem Boden nicht wieder Krieg ausgehen darf? Noch immer hoffe ich, dass Trump und Netanjahu sich bald vor dem Internationalen Gerichtshof Den Haag wegen Massenmordes aus niedrigen Beweggründen verantworten müssen.
Nun eskaliert Trump die schon hochgefährliche Situation mit der Blockade der Straße von Hormuz noch weiter und bringt sich und uns in direkte Konfrontation mit China. Ob das nicht ganz böse ausgeht?
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