Leserbriefe

Wie lange noch?

Walter Stahli, Nürtingen. Zu den Leserbriefen „Staubsaugervertreter ohne Staubsauger“ und „Wahrheit nur kurz gestreift“ vom 28. Februar.

In gleich zwei Leserbriefen wird Herr Manuel Hagel ins Kreuzfeuer genommen. Der erste, scheinbar aus dem Lager der Putin- und Trump-Versteher, degradiert den diplomierten Bankbetriebswirt und Absolventen der Frankfurt School of Finance & Management zu einem Klinkenputzer für Staubsauger. Gleichzeitig dichtet er dem Spitzenkandidaten der CDU eine Mitgliedschaft in der aktuellen grün-schwarzen Landesregierung an. Das finde ich ziemlich unverschämt.

Die nächste Unverschämtheit gleicher Art kommt von der Psalmenklopferin Maike Pfuderer. Für sie ist Herr Hagel nur ein gelernter Bankkaufmann. Unter anderem weist sie auch darauf hin, dass Merkel in Ostfildern beklatscht wurde, vergisst aber, dass eben die Grünen zu den eifrigsten Claqueuren der merkelschen Einwanderungspolitik gehörten. Sie verschweigt auch, dass es der grüne, baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann war, der Frau Merkel die höchste Landesauszeichnung, die Staufermedaille in Gold, verliehen hat.

Zugegeben: Die Herren Steinmeier und Söder haben auch so einige Fehler gemacht. Einige Zeilen weiter erklärt uns Frau Pfuderer die Wichtigkeit der erneuerbaren Energien. Diese sind in der Tat wichtig, aber man muss sie sich auch leisten können. Günstig wurde der Strom, trotz des großen Anteils an „Erneuerbaren“, nicht, denn dank CO₂-Abgabe und sonstiger Steuern haben wir europaweit die höchsten Energiekosten – auch ein Grund für die derzeit schrumpfende Wirtschaft und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Insgesamt gesehen, sind diese zwei Leserbriefe gut geeignet, unsere Geduld zu strapazieren. Dazu passt ein jahrtausendalter, leicht abgewandelter lateinischer Satz: „Quo usque tandem abutere patientia nostra?“ Wie lange noch?

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