Leserbriefe

Wie geht es mit der Bahnstadt weiter?

Friedrich Röcker, Nürtingen.

In einer kurzen Pause der letzten Gemeinderatssitzung hat OB Fridrich beiläufig mitgeteilt, dass das „Fledermausproblem“ bei der „Bahnstadt-Ost“ nun gelöst sei und folglich das Projekt jetzt weitergehen könne. Bei allen Wirrungen, die das Projekt „Bahnstadt“ schon hinter sich hat, reicht es nicht mehr aus, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass ein Problem gelöst sei. Genauso wichtig ist, zu erfahren, wie es gelöst wurde. Dies betrifft aber nicht nur „die Fledermäuse“, sondern das ganze Projekt. In der Öffentlichkeit hat niemand mehr den Überblick, wie der aktuelle Planungsstand aussieht, ob es mit der Entwidmung der Bahngrundstücke weitergegangen ist, ob und wie die zukünftige S-Bahn (barrierefrei) an den Fußgänger-, Rad- und Straßenverkehr sowie an ZOB und Deutsche Bahn angeschlossen wird, wie sich die Hochwassersituation darstellt, wie die aktuelle Verkehrsplanung aussieht, wie sich die Bahnstadt in der IBA27 präsentieren will und nicht zuletzt, wie bezahlbarer Wohnraum entstehen soll und was das Projekt kostet.

Es ist höchste Zeit, dass die Verwaltung der Öffentlichkeit, aber auch dem Gemeinderat, einen aktuellen Planungs- und Finanzierungsstand präsentiert und damit Antworten auf all diese Fragen liefert. Ein für die Stadtentwicklung so bedeutendes Projekt wie die Bahnstadt benötigt maximale Offenheit, um akzeptiert zu werden. Und wenn sich erweist, dass eine frühere Entscheidung möglicherweise falsch war, dann sollte man sie korrigieren und nicht einfach so weitermachen, nur weil das früher mal beschlossen wurde.

Dass bei einem derart komplexen Projekt Probleme auftauchen, ist normal. Aber dann kommt es darauf an, wie sie gelöst und wie transparent sie dargestellt werden. Sie einfach unter dem Deckel zu halten war schon immer die schlechteste aller Lösungen, denn irgendwann kommt alles ans Tageslicht und dann ist der Schaden für alle Beteiligten maximal.

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