Uwe Jirikovsky, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Seilbahn: Rathaus hält den Gemeinderat hin“ vom 26. März.
Der Bericht zur Seilbahnplanung in Stuttgart ist auf den ersten Blick ein lokales Thema. Tatsächlich steht er jedoch exemplarisch für ein größeres Problem. Seit der Machbarkeitsstudie von 2020 liegt ein klarer Auftrag vor. Dennoch sind bis heute kaum sichtbare Fortschritte erkennbar, und selbst gesetzte Fristen werden nicht eingehalten. Gleichzeitig bringt ein externer Akteur – das Robert-Bosch-Krankenhaus – einen konkreten, lösungsorientierten Vorschlag ein.
Dass dies offenbar nicht als Chance, sondern eher mit Zurückhaltung aufgenommen wird, wirft Fragen auf. Verwaltung hat eine zentrale Rolle: Sie soll politische Entscheidungen umsetzen, Prozesse strukturieren und Entwicklungen ermöglichen. Wenn jedoch Verfahren, Abstimmungen und Zuständigkeitsfragen dominieren, entsteht der gegenteilige Eindruck – dass Vorhaben eher verzögert als vorangebracht werden.
Stuttgart ist damit kein Einzelfall. Viele Bürger erleben zunehmend, dass selbst sinnvolle und dringend benötigte Projekte nur schleppend vorankommen. Das schwächt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Handlungsfähigkeit insgesamt. Gerade bei Zukunftsfragen wie moderner Mobilität braucht es deshalb vor allem eines: den klaren Willen zur Umsetzung – und eine Verwaltung, die diesen Anspruch aktiv trägt. Denn am Ende wird ein Staat nicht daran gemessen, was er plant, sondern daran, was er tatsächlich zustande bringt.
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