Lothar Roß, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „Schlechte Nachrichten für das Hallenbad in Neuenhaus“ vom 13. Dezember und „Aichtalerin kämpft für Erhalt der Bücherei“ vom 29. Dezember.
In Sonntagsreden behaupten Politiker immer, Kinder seien das Wertvollste und Wichtigste für unsere Zukunft, für sie müsse man alles tun. Was dieses Geschwätz wert ist, zeigt die Praxis. Merkwürdigerweise kommen immer dann, wenn das Geld knapper wird und eingespart werden soll, als erstes die Posten auf den Tisch, die vor allem (nicht nur) unsere Kinder betreffen: Hallenbad und Bücherei. Pro Jahr ertrinken allein in Deutschland rund 400 Menschen, davon 15 bis 20 Kinder. Wo um alles in der Welt sollen Kinder schwimmen lernen, wenn nicht im Schwimmunterricht der Schule? Ähnliches gilt für die Bücherei. Ohne solch wichtige soziale und kulturelle Institutionen „ertrinken“ die Kinder in den asozialen Medien. Eines der wenigen Gegengewichte ist das Lesen und nun soll ausgerechnet die Bücherei dem Rotstift zum Opfer fallen. Ja, Bildung kostet halt Geld und geht nicht nur digital – wenn man auch den Gegenwert nicht ausrechnen kann. Vielleicht sind ja die Wahlergebnisse auch schon eine Art Quittung dafür, dass Bildung immer weniger Stellenwert hat.
In den letzten vier Jahren stiegen die Personalkosten von Aichtal pro Jahr um rund eine Million Euro, das kann nicht nur am Hallenbad und an der Bücherei gelegen haben. So knapp kann das Geld da nicht gewesen sein, vielleicht wäre es bei der Rathaussanierung auch eine Nummer kleiner gegangen und man hätte auch mal Renovierungen im Hallenbad angehen können. Und warum man die Bücherei nicht einfach ins Untergeschoss des Helenenheim verlegen kann, will mir nicht einleuchten, da wäre sie barrierefrei. Die Bücherregale von oben müsste man nur ein Stockwerk tiefer wieder einbauen. Das wäre mit Sicherheit günstiger als ein eventueller Umzug in ferner Zukunft an den Weiherbach. Mit nur drei Tagen Öffnung pro Woche könnten wohl auch alle leben, allemal besser als mit einer Schließung.
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Rückhalt für Entscheidungsträger
Franziska Reuß, Nürtingen.
Mit Verwunderung stelle ich immer wieder fest, dass die Kritik am Projekt Stadtbalkon nach über drei Jahren nicht abebbt. Die Möglichkeit, politische Entscheidungen zu kritisieren, ist glücklicherweise Grundpfeiler unserer ...
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Keine sinnvolle Forderung
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Zitat des Tages von Jan van Aken vom 5. März.
Die Linke kann solche Forderungen stellen, weil sie hoffentlich nie in Regierungsverantwortung kommt. Leider gibt es immer ein paar Leute, die glauben, wenn die ...