Werner Fischer, Nürtingen. Zum Leserbrief „Bürger gnadenlos ignoriert“, vom 2. Februar. Ein Hotel am Neckarufer soll das Problem der fehlenden Hotelbetten lösen. Diese Planung sorgt im Moment für große Aufregung in Nürtingen. Leserbriefe, Unterschriftenaktion dagegen und mittendrin ein Oberbürgermeister, der nach 14 Jahren Amtszeit seine Bürger nicht kennt, die ihn zweimal direkt gewählt haben. Vielleicht kann er sich aber noch an diese, seine Worte erinnern.
Zitat aus einer Grußrede: „Besonderes Markenzeichen Nürtingens ist die Bürgernähe. Die Stadtverwaltung legt großen Wert auf eine Kommunikation auf Augenhöhe und bezieht die Bürger bewusst weit mehr in Projekte und Planungen ein, als es sonst im Rahmen von Bürgerbeteiligungen der Fall ist.“
Die unbekannten Nürtinger Bürger können Unterschriften sammeln und Leserbriefe schreiben, aber sie werden gegen das Geld des Hotelinvestors, das die Stadtverwaltung für den vom Gemeinderat beschlossenen Verkauf der Ufergrundstücke am Neckar bekommt, nicht bestehen können. Sie können sich aber in zwei Jahren an die Aussage unseres Ober-„Bürger“-meisters „wer sind denn diese Bürger“ erinnern. Es reicht dann.
Mich beschäftigt aber zu diesem Thema viel mehr, was eigentlich aus dem Bauantrag zur Hotelerweiterung des alteingesessenen Hoteliers an der Steinach geworden ist. Hier herrscht absolute Ruhe. Es gibt auch keine Unterschriftenaktion oder ein Bürgerbegehren dafür. Zeit genug wäre dafür gewesen. Diese Hotelerweiterung würde ebenso das Problem der fehlenden Betten lösen und wäre kein unschöner Eingriff ins Landschaftsbild. Wurden diese Planungen abgelehnt oder gar boykottiert weil es für die Stadtverwaltung wirtschaftlich nichts einbringt? Oder wird mal wieder der Hochwasserschutz vorgeschoben. Allerdings besteht oder bestand für das Hotel schon seit geschätzt 50 Jahren überhaupt keine Hochwassergefahr.
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