Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Experten warnen vor Kostenfalle“ vom 28. Februar.
Das große Dilemma der europäischen und deutschen Politik im Gegensatz zur chinesischen: China plant strategisch und langfristig, konzentriert sich auf Zukunftstechnologien und unterstützt sie entschieden. Solartechnik, dann E-Mobilität, dann Roboter, KI und mehr. Europa dagegen fehlt diese strategische Energie. Stattdessen kurzsichtiges Hin und Her und kleinkarierte Entscheidungen.
Die Solarindustrie wurde früh abgewürgt, anstatt sie zu unterstützen. Dann haben die Chinesen das Feld übernommen. Schon in den frühen Achtzigern hätte man die Weichen zugunsten erneuerbarer Energien stellen müssen, aber die Politik zeigte kein Interesse. Ich wollte damals in die Photovoltaik einsteigen mit meiner Firma Rall Solimex, aber die Solarbranche brach da gerade zusammen. Die Chancen der E-Mobilität erkannten die Europäer nicht. Die Chinesen schon. Mit der Roboterentwicklung könnte Europa weiter sein. Gab es massive Unterstützung der Entwicklung? Ich denke nein.
Die Politik von CDU/CSU, AfD und FDP ist in großen Teilen populistisch und rückwärtsgewandt. Was die Grünen auf den Weg gebracht haben, ist ihnen ein Dorn im Auge, muss entfernt werden. Nun Heizungsgesetz, verwässert, mit dem Ergebnis von Planungs- und Investitionsunsicherheiten und auf Kosten der Umwelt. Aufweichen des Ausstiegs aus fossilen Kraftstoffen mit dem Ergebnis, dass die Chinesen Klarheiten zu unserem Nachteil schaffen, zum Beispiel mit der E-Mobilität. Aufwärmphantasien AKW. Populistisch, unrealistisch für schnelle Senkung der Energiekosten, sehr teuer für die Steuerzahler, Gefahr durch Bomben, Sabotage und Terroranschläge. Fusionskraftwerke wären eine Lösung, sind aber sehr teuer und noch der fern. Nun Streichung der Einspeisevergütung kleiner Solaranlagen. Falscher Weg. Es liegt im finanziellen Interesse der Investoren, den Strom selbst zu verbrauchen. Staatliche Unterstützung ist jedoch strategisch notwendig.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...