Raul Guerreiro, Nürtingen. Zum Artikel „Afro-Kids stärken Kinder gegen Rassismus“ vom 9. Februar.
Ein exzellenter Beitrag über die Arbeit von Amal Abbass und ihren Kollegen – vor allem wegen der Rechtzeitigkeit des Themas im Hinblick auf das aktuelle soziale Chaos. Denn die meisten blutigen Konflikte, sei es in näheren oder in ferneren Ländern, sind wie ein Eiterausbruch einer jahrhundertealten Sozialkrankheit namens Rassismus. Dieser wird vor allem von einer Aversion genährt, die bei vielen Menschen allein aufgrund sprachlicher und volksseelischer Unterschiede entsteht.
Wie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlt uns heute ein herzlicher Impuls zu brüderlichem – auch christlichem, darf man erwähnen – Verständnis und kooperativer Zusammenarbeit mit allen Menschen, egal wie sie sprechen, denken oder aussehen. Ich selbst bin zufällig der Enkel eines Afrikaners, denn mein Großvater wurde in Mosambik geboren. Dass ich aber vor manchen Konflikten geschützt bin, liegt daran, dass ich eine helle Haut habe und einen deutschen Pass besitze.
Die wunderbare hiesige Initiative „Netzwerk Afro-Kids“ ist nicht nur ein willkommener pädagogischer Beitrag zu einer gesunden Kindererziehung, sondern auch eine Lektion für alle Menschen, die heute – wie vor 87 oder 111 Jahren – unter subtilen und irrationalen kriegerischen Ideologien leiden. Lassen wir uns von den Kindern belehren. Sie wissen viel besser, was das universelle Prinzip der Liebe auch innerhalb einer sogenannten Demokratie bedeutet.
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