Thomas Hauptmann, Nürtingen. Zum Artikel „Essenspreise sollen vorerst stabil bleiben“ vom 3. Februar.
Verwundert habe ich gelesen, dass Gastwirte aus drei nicht repräsentativen Lokalen die gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Energie und Arbeitskräfte nicht ausreichend in ihrer Preiskalkulation berücksichtigt haben und über dadurch entstandene wirtschaftliche Schwierigkeiten berichten. Dabei hätten sie doch bei ihren Gästen für Preissteigerungen Verständnis erwarten können, da diese davon genauso betroffen sind, was auch heißt, dass ihre Einkommen in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Warum sollten da nicht auch die Preise in der Gastronomie steigen? Das Zitat von Joannis Malathounis kann man auch als Plädoyer für eine angemessene Preiskalkulation verstehen.
Stattdessen finden es die zu Wort gekommenen Gastwirte gerecht, dass sie künftig nun den ermäßigten Mehrwertsteuersatz zahlen müssen. Jeder hätte gerne mehr Netto vom Brutto. Aber warum soll sich dieser Wunsch gerade für die Gastronomie erfüllen? Dienen ihr die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Maßnahmen nicht genauso wie allen anderen? Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz gilt vor allem für die Lieferung von Grundnahrungsmitteln sowie für kulturelle Leistungen. Das Servieren von zubereiteten Speisen gehört wegen des damit verbundenen Service weder zu den einen noch zu den anderen.
Natürlich ist es für die Anbieter bitter, wenn die Konsumenten zurückhaltend mit ihren Ausgaben sind. Aber es ist in unserer Marktwirtschaft nicht Aufgabe des Staates, dieses unternehmerische Risiko auszugleichen, das nicht durch staatliche Maßnahmen verursacht wird. Für dieses zwölfprozentige Steuergeschenk an die Gastronomie habe ich kein Verständnis.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...