Leserbriefe

Seltsames Urteil

Steffen Mauritz, Frickenhausen-Tischardt. Zum Artikel „Acht Spiele Sperre“ vom 13. Juni.

Von Zivilgerichten ist man ja gewohnt, seltsame Urteile präsentiert zu bekommen. Die Sportgerichtsbarkeit des Bezirkes Neckar/Fils ist allerdings keinen Deut besser. Acht Spiele Sperre bekommt ein SGEH-Spieler wegen angeblicher rassistischer Beleidigung aufgebrummt. Dieser Tatbestand ist heutzutage kein Kavaliersdelikt mehr, sollte aber auch von der anderen Seite mal betrachtet werden. Von Gegenspielern der SG Höllbach attackiert und verbal in deren Heimatsprache mit vermutlich ebensolchen Beleidigungen überzogen und provoziert, vergaß der SGEH-Spieler seine gute Kinderstube und konterte, was nur zu menschlich ist.

Auf einem anderen Sportplatz der gleichen Liga ging es vor wenigen Wochen derweil nicht nur mit Beschimpfungen ab, sondern eine wüste Keilerei zwischen Spielern und Zuschauern hätte eigentlich einen Spielabbruch nach sich ziehen müssen. Nasenbeinbruch und andere erhebliche Verletzungen waren die Folge. Das Urteil: 500 Euro Strafe für beide Vereine, kein Spieler wurde persönlich zur Rechenschaft gezogen. Die hervorragende Berichterstattung von Julian Kaiser und dessen Meinung im Vorfeld des Sportgerichtsverfahrens, ließen solcherlei Dinge befürchten. So daneben eine rassistische Beleidigung auch sein mag, vergleicht man die beiden Delikte und die dazugehörigen Urteile, muss man sich schon fragen, in welcher Welt wir leben. Ein verbaler Ausrutscher wiegt also mehr als schwere Verletzungen.

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