Leserbriefe

Schieflage zwischen Arm und Reich stoppen

Hartmut Gerhardt, Wolfschlugen. Zum Artikel „Mutiger Anführer – geringe Resonanz“ vom 13. Mai.

Gewerkschaften vertreten in Deutschland seit etwa 1850 die dringend notwendigen Anliegen der arbeitenden Menschen, die durch ihren täglichen Einsatz zu unserem Wohlstand beitragen. Bundeskanzler Merz sieht in erster Linie die Interessen unserer Wirtschaftsunternehmen. Denn deren Erfolg ist ebenso eine wichtige Säule für das Wohlergehen der Menschen in Deutschland. Doch unsere Wirtschaft leidet in diesen Jahren unter fehlendem beziehungsweise abnehmendem Wachstum.

Die Folgen lesen wir täglich in unseren Zeitungen: dramatisch verschlechterte Finanzlagen der Kommunen, abnehmende Steuereinnahmen in den Ländern sowie im Bund. Unsere Regierung plant in einem Sparpaket unter anderem auch Sozialreformen, die Gefahr laufen, die zunehmende Zahl der Geringverdienerinnen und Geringverdiener unter uns relativ am härtesten zu treffen. So würde unsere Gesellschaft noch weiter in eine gefährliche Schieflage gebracht. Denn schon heute besitzen zehn Prozent der Haushalte etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens in Deutschland, während die unteren 20 Prozent kein Vermögen besitzen oder sogar verschuldet sind.

Um deshalb der Gefahr einer zunehmenden Unzufriedenheit mit unserer Regierung und einer damit verbundenen Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, hat Kanzler Merz mit seiner Regierung die Möglichkeit, die Forderungen sehr vieler Menschen und auch von Organisationen in Deutschland ernsthaft zu prüfen. Dies betrifft vor allem die Erhöhung der Einkommensteuer und der Reichensteuer für hohe und sehr hohe Einkommen sowie die Einführung einer Vermögensteuer. So könnte zumindest eine weiter zunehmende Schieflage zwischen Arm und Reich vermieden werden.

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