Elke Rogge, Nürtingen.
Zunächst möchte ich mich bei der Nürtinger Zeitung für die Organisation der Podiumsdiskussion bedanken. Solche Veranstaltungen bieten uns Bürgerinnen und Bürgern die wertvolle Möglichkeit, die Kandidatinnen und Kandidaten der verschiedenen Parteien persönlich und live zu erleben. Auch die von Herrn Müller ausgewählten Fragen zeichneten sich durch eine große thematische Bandbreite aus. Ich verfolgte die Diskussion inmitten eines interessierten und wohlwollenden Publikums. Lediglich einmal kam es zu einem kurzen, spürbar emotionalen Moment, in dem die Missbilligung eines großen Teils der Anwesenden deutlich hör- und fühlbar wurde. Insgesamt gab es während der rund zwei Stunden mehrere Situationen, in denen einzelne Kandidatinnen versuchten, Mitdiskutierende und deren Antworten in ein negatives Licht zu rücken. Auffällig war dabei, dass gerade jene, die sich besonders vehement gegen Hetze positionieren, selbst einen unnötig scharfen Ton anschlugen. Unangenehm fiel mir auf, dass sowohl die Kandidatin der Grünen als auch die Kandidatin der Linken häufig weniger inhaltlich auf die gestellten Fragen eingingen, sondern stattdessen verbale Angriffe in Richtung AfD richteten. Von einer Podiumsdiskussion erwarte ich vor allem sachliche Informationen über die Kandidatinnen und Kandidaten sowie deren Parteien, ebenso wie ein respektvolles und höfliches Miteinander. Dieses wurde aus meiner Sicht lediglich von vier der sechs Teilnehmenden durchgängig gezeigt. Gerade in solchen öffentlichen Formaten sollten Politikerinnen und Politiker ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und zeigen, dass ein respektvoller, sachlicher Umgang möglich ist.
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