Leserbriefe

Sachlichkeit statt Polarisierung

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „Merz attackiert AfD scharf – Weidel sieht Koalition am Ende“ vom 10. September.

Wodurch könnten sich sämtliche Wahlergebnisse der gerade zeitlich nahe beieinanderliegenden Landtagswahlen als segensreich erweisen, unabhängig davon, wie sie ausgehen? Ein Punkt wäre schon einmal, wenn die Polarisierungen in den Reden der Parteien – also der Anteil der Beschäftigung mit der eigenen Macht – zugunsten von Sachargumenten zurückgeschraubt werden.

Was dringend in den Mittelpunkt gehört, ist das Ernstnehmen der Wähler. Wähler wollen Problemlösungen sehen, sie wollen spürbar bessere, nicht zunehmend schlechtere Lebensverhältnisse und Teilhabemöglichkeiten haben, sie wollen die Einhaltung des Grundgesetzes und der Verfassung sehen.

Was derzeit an Polarisierung aufgeführt wird, ist längst unerträglich. Das zeigen die Reden und der vernichtende Habitus von Frau Weidel. Die Antwort von Herrn Merz – zu wenig besser – hat die Wähler der AfD nicht ernst genommen.

Das fortwährende Mehr-vom-Selben in Drohkulissen und Überschriften führt nur immer weiter zu Extremen und unsachlichem Geschrei. Wenn sich das ungezügelt und diffamierend dann noch auf den Straßen gegen Andere oder anders Aussehende entlädt, dann herrscht nicht Recht und Ordnung, sondern Gewalt.

Wenn Respekt und auskömmliche Möglichkeiten an Geltung gewinnen, wer will dann kein Leben-Lassen und verantwortungsvolles Miteinander? Das Gegenteil davon spaltet, steigert gegenseitiges Misstrauen und Angst voreinander, wie man es in den USA unschwer erkennen kann – und leider auch bei den terroristischen sogenannten hybriden Angriffen, die nichts anderes im Sinn haben, als den wirtschaftsstärksten Kontinent, das ist Europa, zu schwächen.

Es muss zu einer Sachlichkeit zurückgefunden werden, statt mit abstrakten Oberbegriffen wie Demokratie, Euroabschaffung, Sozialbetrug usw. im Trüben zu fischen.

Zur Startseite