Martin Baumer, Deizisau. Zum Artikel „Merz: Aufgeben ist für mich keine Option“ vom 8. September.
Mit großem Befremden habe ich die Titelseite vom betrachtet. Das dort gezeigte Porträt von Bundeskanzler Friedrich Merz unter der Schlagzeile „Aufgeben ist für mich keine Option“ wirkte wie eine bewusste visuelle Demontage. Die düstere, fast bedrohliche Komposition des Bildes weckt fatale Assoziationen an historische Krisenplakate der 1930er-Jahre. Hier wird eine Bildsprache bedient, die keine Sachlichkeit transportiert, sondern gezielt Endzeitstimmung und Misstrauen schürt.
Betrachtet man diese mediale Inszenierung genauer, drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine unterschwellige Botschaft transportiert werden soll – lanciert von Agenturen wie der AFP, die sich allzu oft einer politisch links-grün geprägten Framing-Kultur bedienen. Opfer dieser Bildsprache werden am Ende beide Seiten des konservativen und rechten Spektrums: Auf der einen Seite wird der gewählte Regierungschef der bürgerlichen Mitte als finsterer, handlungsunfähiger Krisenpolitiker vorgeführt. Auf der anderen Seite wird die AfD durch diese künstlich heraufbeschworene Historisierung reflexhaft in eine extremistische Ecke gedrängt, um eine sachliche Auseinandersetzung mit ihren Inhalten von vornherein zu verhindern.
Gerade von etablierten Medien muss man mehr Weitsicht und journalistische Neutralität erwarten. Anstatt das politische Klima durch solche visuellen Zuspitzungen weiter zu polarisieren und demokratische Akteure wie auch Oppositionsparteien gegeneinander auszuspielen, sollten Redaktionen zu einer sachlichen Berichterstattung zurückkehren. Wenn Medien durch tendenziöse Bilder selbst Politik machen, erweisen sie der demokratischen Debattenkultur einen Bärendienst.
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