Wolfgang Sterr, NT-Neckarhausen. Zum Artikel Streuobstwiesen gehen den Bach runter vom 23. Februar. Periodisch wiederkehrend kann man aus der Lokalpresse Wasserstandsmeldungen über den Zustand des Streuobstbestandes in unserer Region entnehmen. Dabei lassen sich im Wesentlichen zwei Sichten unterscheiden. Zum einen die der Politik; dort versucht der eine den anderen mit Superlativen zu übertreffen, ach wie schützenswert und wertvoll doch unsere Streuobstwiesen wären. Nur leider folgen zumeist keine spürbaren Taten zum Wohle derjenigen Gütlesbesitzer, welche nicht gewillt sind, alles verkommen zu lassen.
Die zweite Sicht befasst sich mit der Realität ohne rosarote Sonnenbrille. Diese zeigt uns einen überalterten, kaum gepflegten, absterbenden Baumbestand, worüber ein Blütenmeer im Frühjahr, nur von den Hauptstraßen aus betrachtet, leicht hinwegtäuschen kann. Man sollte sich schon einmal die Mühe machen und die vielen Feldwege durch die Obstwiesen selbst erwandern. Mit dieser direkten Sicht auf den einzelnen Baum befassen sich die Obst- und Gartenbauvereine vor Ort. Es wurden zum Beispiel Lehrgrundstücke erworben und mit neuer Bepflanzung, als Anschauungsobjekt, angelegt. Erziehungs- und Erhaltungsschnittunterweisungen für die interessierten Baumhüter werden regelmäßig durchgeführt, nicht nur von den Obst- und Gartenbauvereinen, sondern auch zum Beispiel vom sehr engagierten Gartenbaufachberater des Landkreises, Albrecht Schützinger. Diese Termine werden rechtzeitig in der Tagespresse und den Gemeindeblättern angekündigt. Ich verstehe die Frustration jedes Idealisten, der womöglich ein verwildertes Grundstück übernommen, abgestorbene Bäume gerodet und junge Bäume nachgepflanzt hat, und der mit ansieht, wie die meisten der Neupflanzungen nach wenigen Jahren eingehen. All diesen Idealisten kann ich nur ans Herz legen, solche Veranstaltungen wahrzunehmen und sich aktiv Rat von den Fachleuten einzuholen.
Leserbriefe | 31.12.2025 - 05:00
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Leserbriefe | 31.12.2025 - 05:00
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