Johannes Heimann, Nürtingen. Zum Artikel „Frieden auf Basis von Ungerechtigkeit?“ vom 24. Februar
„Frieden auf Basis von Ungerechtigkeit?“ Das fragt sich Autor Franz Feyder. Und: „Darf Macht über Recht und Freiheit triumphieren?“ Damit befindet sich der Autor im gleichen Wolkenkuckucksheim wie die gesamte politische Elite, die noch nicht einmal den Ansatz erkennen ließ, mit Russland überhaupt in Verhandlungen zu treten. Offenbar folgen sie der gleichen Logik wie die frühere Außenministerin Baerbock: Die Ukraine wird diesen Krieg gewinnen! Warum? Weil sie ihn gewinnen muss. Wunschdenken statt Realitätssinn.
Ein Blick in einen Geschichtsatlas zeigt: Grenzen werden immer wieder mal verschoben. Entscheidend war nicht eine „Gerechtigkeit“, sondern das Recht des Stärkeren. Leider. Russland hat bedeutend mehr Personalreserven als die Ukraine. Letztere steht mit dem Rücken zur Wand: es gibt kaum mehr Rekruten. Seit der gescheiterten Frühjahrsinitiative 2023 ist der Ukraine nicht mehr viel gelungen. Keine der als Wunderwaffen gepriesenen westlichen Lieferungen in Milliardenhöhe hat sich als game changer erwiesen.
Die westliche Militärhilfe hat nur eines bewirkt: der Krieg und das Massensterben gehen weiter. Und von Woche zu Woche verschlechtert sich die Verhandlungsposition der Ukraine. Es stellt sich eine ethische Frage: Was hat Vorrang? Ein „gerechter“ Frieden, der sich nicht erreichen lässt? Oder ganz praktisch: die Rettung von Menschenleben? Beides zusammen geht nicht. So weiterzumachen wie bisher birgt für die Ukraine eine weitere Gefahr – siehe Paraguay im 19. Jahrhundert: Irgendwann sind nur noch so wenige junge Männer übrig, dass der Fortbestand der Population gefährdet ist. Realitätsferne Meinungen wie die von Herrn Feyder sind nur ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden.
Leserbriefe | 28.02.2026 - 05:00
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Leserbriefe | 28.02.2026 - 05:00
Staubsaugervertreter ohne Staubsauger
Joachim Braun, Nürtingen. Zum Artikel „Hagel nimmt kein Blatt vor den Mund“ vom 23. Februar.
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