Leserbriefe

Mut zur sprachlichen Wahrheit

Kai Holder, Erkenbrechtsweiler. Zum Kommentar „Schnelles Handeln erforderlich“ vom 12. Mai.

Journalismus sollte die vierte Gewalt im Staat sein, nicht die Pressestelle des Kanzleramts. Wenn Medien politische Euphemismen wie „Sondervermögen“ ungefiltert übernehmen, leisten sie keinen Beitrag zur Aufklärung, sondern betreiben unfreiwillig PR. Es ist Zeit für sprachliche Ehrlichkeit: Wo kein Guthaben existiert, gibt es auch kein Vermögen. Es handelt sich schlichtweg um Sonderschulden, die zukünftige Generationen belasten. Ein schöner Name ändert nichts an der fiskalischen Realität. Ich würde mir wünschen, dass die Redaktion wieder zu ihrer Kernaufgabe zurückfindet: Dinge beim Namen zu nennen, statt das Wording der Regierung zur Nachricht zu erheben.

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