Eugen Schnell, Nürtingen. Zum Artikel „Demokratie vor den Stresstests“ vom 2. Januar.
April 1932 und 6. April 2026 – Geschichtsunterricht ist nicht das Thema, es geht um die Nazis und die heutige AfD. Der Leitartikelschreiber holt die im Bundestag nicht erlaubte Nazikeule aus dem Sack. Am ersten Datum erreichte die NSDAP 40,9 Prozent der Stimmen und wurde damit stärkste Partei im Freistaat Anhalt. Zitat Herr Käfer: „Und das verhalf dem ersten Nazi in das Amt des Ministerpräsidenten.“
Nun nennt er die derzeitigen Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt von 40 Prozent. Das ist fast derselbe Wert, der dem ersten Nazi zum Amt des Ministerpräsidenten verhalf. Nur ist der Spitzenkandidat der AfD, Herr Siegmund, kein Nazi, sondern ein Mann, der in Umfragen fast doppelt so viele Wählerstimmen erreicht wie bei der Wahl im Jahr 2021 und Chancen hat, Ministerpräsident zu werden.
Diese Aussichten sind für Herrn Käfer wenig erfreulich. Er zitiert aus einer Studie der Landeszentrale für politische Bildung eine Aussage, wonach in Sachsen-Anhalt nur 43 Prozent der Einwohner „gefestigte Demokraten“ seien. Zudem ist zu lesen: „Eine Mehrheit der Bürger sagt, sie hätten nichts gegen einen ‚Führer‘.“ Ist das nicht beleidigend für alle Sachsen-Anhalter? Das sieht Herr Siegmund ähnlich, wenn er sagt, „dass ein Großteil der Presselandschaft Hand in Hand mit Leuten zusammenarbeitet, die uns diskreditieren, die uns schaden wollen“.
Der Leitartikelschreiber zeigt in einer weiteren Äußerung, was ihn leitet: Auf keinen Fall dürfe eine demokratisch gewählte Partei an die Macht kommen. Denn wenn – Zitat – „diese unverantwortliche, faktenblinde Partei tatsächlich die Wahl gewinnen sollte, können die ‚gefestigten Demokraten‘ nur hoffen, dass ihre Repräsentanten zu verhindern wissen, dass sie an die Macht gelangt.“ Die „gefestigten Brandmauerdemokraten“ mit einem „C“ oder „S“ im Parteinamen sollen also in sozialer und christlicher Manier die Stützpfeiler der Republik retten?
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Rückhalt für Entscheidungsträger
Franziska Reuß, Nürtingen.
Mit Verwunderung stelle ich immer wieder fest, dass die Kritik am Projekt Stadtbalkon nach über drei Jahren nicht abebbt. Die Möglichkeit, politische Entscheidungen zu kritisieren, ist glücklicherweise Grundpfeiler unserer ...
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Keine sinnvolle Forderung
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Zitat des Tages von Jan van Aken vom 5. März.
Die Linke kann solche Forderungen stellen, weil sie hoffentlich nie in Regierungsverantwortung kommt. Leider gibt es immer ein paar Leute, die glauben, wenn die ...