Hartmut Gerhardt, Wolfschlugen. Zum Artikel „Social-Media-Verbot für Kinder? Breite Kritik an SPD-Vorschlag“ vom 17. Februar.
Es geht um TikTok, X und Co. – um Social Media. Auf diesen Plattformen liegen Wirklichkeit und Fälschung so nah beieinander, dass sie selbst für Erwachsene oft nur schwer zu unterscheiden sind. Wie sollen dann junge Menschen, deren Selbstwertgefühl noch nicht gefestigt ist, damit umgehen?
Untersuchungen – unter anderem von Krankenkassen – weisen darauf hin, dass langes Scrollen und stundenlanges Verweilen in sozialen Netzwerken mit Schlaf- und Aufmerksamkeitsproblemen, Ängsten, Depressionen, Suchtverhalten und Cybermobbing zusammenhängen. Es wird vermutet, dass diese Zusammenhänge die Entwicklung eines gesunden und realitätsnahen Selbstwertgefühls negativ beeinflussen. Warum empfehlen selbst die Plattformen eine Nutzung erst ab 13 Jahren?
Wir alle – Groß und Klein – liefern mit unserer Handynutzung, mit Bildern, Pointen, Textbeiträgen und Links Inhalte für die großen Digitalkonzerne, ohne wesentlichen Einfluss darauf zu haben, wie diese weiterverarbeitet werden. Die Plattformen selbst bieten keinen klaren Plan, wie Kinder und Jugendliche in diesem weltweiten digitalen Markt wirksam vor Gefahren und Missbrauch geschützt werden können.
Deshalb ist der Vorschlag der SPD für ein Social-Media-Verbot für Kinder besonders bedeutsam. Er setzt einen dringend notwendigen Impuls für klare Regeln und Einschränkungen in einem weiten und unübersichtlichen Feld. Solange es jedoch an ausreichend geschulten Lehrkräften fehlt, können auch die Schulen nur begrenzt unterstützen.
Neben allen Regelungen „von außen“ bleibt der enge und vertrauensvolle Kontakt zwischen Eltern und Kindern entscheidend. Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es zu verstehen, wie und in welchem Ausmaß ihre Nutzung die emotionale und soziale Entwicklung junger Menschen beeinflusst.
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