Jürgen Groschupp, Großbettlingen. Zum Artikel „Breitbandausbau geht weiter“ vom 23. Februar. Es war eine gute Entscheidung des Neckartenzlinger Gemeinderats, die WLAN-Technik abzulehnen. Eine vorausschauende Entscheidung zugunsten der Gesundheit. Hier hat sich Neckartenzlingen besser als kürzlich Frickenhausen entschieden, die eine Kooperation mit den sogenannten Freifunkern eingehen werden. Warum? Weil WLAN gesundheitsschädlich ist. Die Zeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft 1/2018 veröffentlicht den Studienüberblick „Biologische und pathologische Wirkungen der 2,45 GHz auf Zellen, Fruchtbarkeit, Gehirn und Verhalten“, ein Überblick des sogenannten Elektrosmog-Reports.
Die Ergebnisse sind zusammengefasst bei der Umwelt- und Verbraucherorganisation Diagnose-Funk (DF) nachzulesen. Es werden Ergebnisse aus mehr als 100 Studien, die Gesundheitsrisiken der Trägerfrequenz 2,45 GHz und der gepulsten Variante WLAN nachweisen, aufgezeigt. Die Studienergebnisse zu den Risiken sind laut DF so brisant, dass sie nicht nur eine Vorsorgepolitik, sondern eine Gefahrenabwehr unter anderem mit der Konsequenz erfordern: Kein WLAN an Schulen! Und die sind ja meist nicht weit entfernt oder werden oft zusätzlich damit ausgestattet (siehe Neuffen).
Der Physiker Dr. Klaus Scheler schreibt zu diesem DF-Beitrag: „Der Review entstand nach einer intensiven weltweiten Recherche und Auswertung von über 100 Studien, die beeinträchtigende bis schädigende Wirkungen von 2,45 GHz und von WLAN für unter anderem folgende Endpunkte dokumentieren: Fortpflanzung und Fruchtbarkeit (18 Studien und acht Reviews), Gehirn und Gehirnentwicklung (12 Studien), Nervensystem und Verhalten (22 Studien), DNA-Schädigungen und Tumorrisiko (29 Studien), Zellmembran, oxidativer Zellstress (41 Studien und ein Review), Organe (Herz, Leber, Schilddrüse, sieben Studien), Bakterien und Pflanzen (je zwei Studien). Äußerst brisant ist, dass die meisten der Studien Schädigungen auch bei Leistungsflussdichten beziehungsweise SAR-Werten deutlich unterhalb der Grenzwerte dokumentieren, zum Teil sogar bei sehr kleinen Intensitäten (ab Ganzkörper-SAR = 0,1414 mW/kg; derzeitiger Grenzwert: 80 mW/kg).“ So weit Dr. Scheler.
Abschließend zur Seriosität der Zeitschrift: Das UMG-Magazin ist offizielles Vereinsorgan von Umwelt- und Medizinverbänden. Wer denkt, es handelt sich um wild gewordene Technikverweigerer, der kann unter forum.medizin.de im Impressum nachschauen und sehen, dass qualifizierte Mediziner diese nüchternen Fakten aufzeigen. Und die dürfen Lobby-Interessen der Industrie und sogenannten Freifunkern gegenübergestellt werden! Entscheiden darf der jeweilige Gemeinderat. Aber dazu muss er von der anderen Seite der Medaille erfahren. Doch die wird allzu oft entweder aus Eigennutz oder aus Unwissen zugedeckt.
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