Martin Baumer, Deizisau. Zu den Artikeln „Rechtsaußen im Betrieb – ein Scheinriese?“ und „DGB will Rechte abwehren“, vom 3. März.
Die Rolle der Gewerkschaften in der aktuellen Wirtschaftstransformation ist mehr als zwiespältig. Wenn Funktionäre die ökosoziale Marktwirtschaft beklatschen, agieren sie als Brandstifter und Feuerwehr zugleich: Erst unterstützen sie politische Leitplanken, die energieintensive Industrien und damit Tausende gut bezahlte Arbeitsplätze ins Ausland treiben, um sich anschließend als Retter der verbliebenen Belegschaften zu inszenieren. Dass der DGB zudem versucht, die Listen für die kommenden Betriebsratswahlen „AfD-frei“ zu halten, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Wer sich anmaßt vorzugeben, welche demokratischen Gesinnungen für die Belegschaft tragbar sind und welche nicht, verlässt den Boden der Neutralität. Damit spalten die Gewerkschaften die Belegschaften, anstatt sie zu einen, und schwächen aktiv den Rückhalt für die klassische Mitbestimmung. Statt ideologische Umbaupläne zu legitimieren und politische Ausgrenzung zu betreiben, sollten Gewerkschaften wieder ihre Kernaufgabe wahrnehmen: den bedingungslosen Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen. Wer den Ast absägt, auf dem er sitzt, darf sich nicht wundern, wenn er abstürzt und hart landet.
Leserbriefe | 05.03.2026 - 05:00
Kein Platz für rechte Parolen
Jürgen Merkle, Neuffen. Zum Artikel „Betriebsratswahlen: DGB will Rechte abwehren“ vom 3. März.
Ich war 38 Jahre Mitglied des Betriebsrats und über 30 Jahre Schwerbehindertenvertreter. In dieser Zeit habe ich viele Veränderungen erlebt: technische ...