Martin Baumer, Deizisau. Zu den Artikeln „Rechtsaußen im Betrieb – ein Scheinriese?“ und „DGB will Rechte abwehren“, vom 3. März.
Die Rolle der Gewerkschaften in der aktuellen Wirtschaftstransformation ist mehr als zwiespältig. Wenn Funktionäre die ökosoziale Marktwirtschaft beklatschen, agieren sie als Brandstifter und Feuerwehr zugleich: Erst unterstützen sie politische Leitplanken, die energieintensive Industrien und damit Tausende gut bezahlte Arbeitsplätze ins Ausland treiben, um sich anschließend als Retter der verbliebenen Belegschaften zu inszenieren. Dass der DGB zudem versucht, die Listen für die kommenden Betriebsratswahlen „AfD-frei“ zu halten, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Wer sich anmaßt vorzugeben, welche demokratischen Gesinnungen für die Belegschaft tragbar sind und welche nicht, verlässt den Boden der Neutralität. Damit spalten die Gewerkschaften die Belegschaften, anstatt sie zu einen, und schwächen aktiv den Rückhalt für die klassische Mitbestimmung. Statt ideologische Umbaupläne zu legitimieren und politische Ausgrenzung zu betreiben, sollten Gewerkschaften wieder ihre Kernaufgabe wahrnehmen: den bedingungslosen Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen. Wer den Ast absägt, auf dem er sitzt, darf sich nicht wundern, wenn er abstürzt und hart landet.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...