Manuel Krauß, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Stadt Aichtal entschuldigt sich bei Musikschule Neckartailfingen“ vom 12. Mai.
Mit großer Erleichterung habe ich gelesen, dass Verwaltung und Gemeinderat in Aichtal ihren Fehler gegenüber der Musikschule Neckartailfingen eingestanden haben. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack.
Die nachträgliche Entschuldigung gegenüber der Musikschule Neckartailfingen wirkt wenig überzeugend. Wer erst eine Einrichtung in Existenznot bringt und anschließend einräumt, „einen Fehler gemacht“ zu haben, kann nicht erwarten, dass damit alles erledigt ist.
Offenbar war den Verantwortlichen nicht bewusst – oder es wurde billigend in Kauf genommen –, welche Folgen ihre Entscheidung für Lehrkräfte, Familien und hunderte Musikschüler haben würde. Eine Musikschule ist kein beliebiger Haushaltsposten, den man nach Belieben zusammenstreichen kann. Sie leistet seit Jahren wertvolle Bildungs- und Kulturarbeit in der Region. Dass ihre Existenz durch einen Gemeinderatsbeschluss ernsthaft gefährdet wurde, spricht nicht gerade für sorgfältige Kommunalpolitik.
Besonders fragwürdig ist, dass erst öffentlicher Druck nötig war, damit Verwaltung und Gemeinderat ihren Kurs korrigieren. Das Vertrauen vieler Betroffener dürfte nachhaltig beschädigt sein. Eine Entschuldigung ist das Mindeste – ersetzt aber weder die entstandene Unsicherheit noch den Imageschaden für die Musikschule.
Es ist richtig und wichtig, dass der Gemeinderat nun umgesteuert und den Zuschuss wieder erhöht hat. Wenn allerdings kulturelle und auch sportliche Bildungsangebote vor Ort eine Zukunft haben sollen, braucht es mehr Verantwortungsbewusstsein sowie Weitsicht und ein klares Bekenntnis und weniger kurzfristige Sparpolitik auf dem Rücken von Kindern, Jugendlichen, Eltern und engagierten Lehrkräften sowie Übungsleitern.
Vertrauen zurückzugewinnen dauert deutlich länger als ein Beschluss im Aichtaler Gemeinderat.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...