Hans Dörr, Mitglied im DGB-Kreisvorstand Esslingen-Nürtingen.
Mit der Überschrift „Verheerendes Signal“ versucht Ressortleiter Kai Müller die Auswahl der Podiums-Teilnehmer zu einem inhaltlich sehr ertragreichen Podiumsgespräch zum Thema „Mobilitätswende/Krise der Autoindustrie“ zu skandalisieren. Wir haben Herrn Müller im Vorfeld darüber informiert, dass keine vier Wochen vor der von ihm skandalisierten Veranstaltung ein anderes Fachgespräch stattgefunden hat – die CDU und die FDP waren dabei.
Dass er diese Information den Leserinnen und Lesern vorenthält, erzeugt das falsche Bild, dass wir Gewerkschaften Fachgespräche immer nur mit den demokratischen Parteien aus unserer „Blase“ führen. Müller spart in seiner Polemik nicht mit überzogen emotionalisierenden Zuschreibungen: „absurde Begründung“, „seltsames Verständnis von Demokratie“, „eingeschränktes Weltbild“, „fatales Zeichen“, „billige Wahlpropaganda unter dem Deckmäntelchen eines Fachgesprächs“.
Er rechnet es zudem der geplanten Veranstaltung negativ an, dass neben der FDP und der CDU die AfD auch hier – wie bei einigen anderen Diskussionen in Nürtingen – nicht eingeladen war: „Womöglich spielt es der Partei (Müller meint die AfD) aber eher in die Karten, wenn der Kandidat vor dem Veranstaltungsort steht und sich darüber mokiert, dass er eben nicht reindarf.“
Falls Müller damit unterstellen möchte, dass es Zutrittsverbote zu der Veranstaltung gab: Es durfte jeder kommen und sich in der Veranstaltung äußern. Die vier Kandidaten und Kandidatinnen von BSW, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke hätten sich auch mit CDU-, FPD- oder AfD-Positionen in ihrem kurzweiligen, von Sachargumenten bestimmten Fachgespräch auseinandergesetzt. Für uns zählen Argumente. Von emotionalisierenden, populistischen und polarisierenden Zuschreibungen halten wir überhaupt nichts. Auch nicht, wenn sie in einem Zeitungskommentar verwendet werden.
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