Rosemarie Krockenberger, Nürtingen. Zum Artikel „Ich verstehe die radikale Ablehnung nicht“ vom 31. Mai. Oberbürgermeister Heirich versteht die radikale Ablehnung der Ansiedlung der Firma Boss auf dem Großen Forst nicht. Er ist aber in dem Interview mit Frau Lieb auf die wichtigsten Argumente der Gegner nicht eingegangen. Schon nach der Bürgerversammlung hat er geäußert, er habe noch kein vernünftiges Argument gegen die Bebauung gehört.
Er will es nicht hören. Die Ablehnung ist radikal, weil sie sich nicht in erster Linie gegen die Firma Boss richtet, sondern gegen den Flächenverbrauch. Das ist das wichtigste, das entscheidende Argument: Wir müssen den Flächenverbrauch stoppen. Vor Kurzem las ich in der Nürtinger Zeitung unter der Überschrift „Gemeinden sollen den Flächenverbrauch stoppen“, dass der südbadische Regierungspräsident Julian Würtenberger den Druck auf die Kommunen erhöhen wolle. Der tägliche Verlust sei so groß wie 14 Fußballfelder. Ich frage: Wie lange wollen wir uns diesen zerstörerischen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen noch leisten?
Herr Heirich sagte, es würden keine Alternativen aufgezeigt. Das stimmt nicht. In der Bürgerversammlung wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien mehr Arbeitsplätze schaffen könne, als von der Firma Boss in Aussicht gestellt werden. Es geht meiner Meinung nach nicht in erster Linie um mögliche Arbeitsplätze, die auch auf andere Weise geschaffen werden könnten. Es geht um den unwiederbringlichen Verlust wertvollster Ackerböden, um den Schutz der Umwelt, um die Zukunft der nachfolgenden Generationen.
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