Leserbriefe

Einseitige Sichtweise

Rita Amer, Aichtal-Aich. Zum Artikel „Der Islam ist reformierbar“ vom 9. Mai.

Leider hat Herr Ourghi das Thema verfehlt – sowohl in dem von Herrn Müller geführten Interview, als auch in seinem Vortrag in der Laurentius-Kirche am 11. Mai. Mit keiner Silbe spricht er von einer Reformierung des Islam; vielmehr beschimpft und pauschalisiert er, beschreibt die Palästinenser als Ganzes als radikalisierte Verrückte. Er tut weder mit diesem Interview, noch mit seinem Vortrag irgendetwas für die Verständigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland. Im Gegenteil: Er polarisiert. Wir waren auf vielen Solidaritätsdemonstrationen für die Palästinenser in Stuttgart. Es kam hier nicht einmal zu antisemitischen Vorfällen, zu einem Ausdruck von Hass gegen Juden. Es geht um die Kritik am säkularen Staat Israel. Es geht ausdrücklich nicht um den jüdischen Glauben, um jüdische Traditionen, um jüdische Menschen.

Den Krieg Israels gegen Gaza als Selbstverteidigung zu bezeichnen, ist geradezu zynisch. Mit keiner Silber erwähnt er, dass den 1200 Toten des 7. Oktober weit über 100.000 tote Palästinenser allein in Gaza gegenüberstehen – davon 70 Prozent Frauen und Kinder. Er erwähnt mit keiner Silbe die Vergewaltigung palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen. Herr Ourghi ist an Einseitigkeit und Hass kaum zu überbieten.

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