Anne Dilger-Klotz, Nürtingen.
„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, heißt es im Sprichwort. Wenn ich das Geschehen an der Fußgängerampel an der Neuffener Straße/Steinengrabenstraße beobachte, sehe ich, wie sich Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Fahrradfahrer und Schulkinder den Platz auf einer winzig kleinen Verkehrsinsel zwischen zwei belebten Fahrspuren teilen – Richtung Neuffen, Stadtmitte und Vendelaustraße beziehungsweise Richtung Bahnhof oder Plochingen. Sie warten auf das zweite Grün.
Seit die Fußgängerunterführung zur Nürtinger Vorstadt gesperrt ist, warten dort noch mehr Menschen. Manche gehen jedoch weiter, wenn die zweite Ampel plötzlich auf Rot umspringt. Schließlich hat man zuvor schon so lange gewartet, und das Grün gegenüber hatte einladend gewunken.
Die Schulkinder beobachten dies täglich. Was lernen sie daraus? Dass Ampeln unberechenbar sind? Dass Autos stets Vorfahrt haben? Dass Verkehrsregeln für Erwachsene nicht wichtig sind? Dass sich ihre Stadt nicht mehr um den „sicheren Schulweg“ kümmert, sobald die Bahn eine unerwartete Baumaßnahme startet?
Ein Schulkind seufzte heute Mittag tief. Durch das „Fuchsloch“ zur Mörikeschule gehen? Dort ist es eng, mit furchterregenden Graffiti an den Wänden und steilen, teilweise beschädigten Stufen. Zudem fehlt ein geeigneter Zebrastreifen zwischen Etzler und der Bäckerei Medla.
Wann handeln die Verantwortlichen der Stadt Nürtingen?
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