Joachim Braun, Nürtingen. Zum Leserbrief „Erst das Land, dann die Partei“ vom 13. März.
Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um beim Timing der jüngsten Wirtschaftsdaten von VW und Porsche ins Grübeln zu kommen. Dass der Sportwagenbauer aus Weissach und Zuffenhausen nur 72 Stunden nach der Landtagswahl einen Gewinneinbruch von über 90 Prozent verkündet, hat ein extrem bitteres Geschmäckle. Hätten die Zehntausende Beschäftigte in der Region Stuttgart bereits am Freitag gewusst, dass die „grüne Transformation“ gerade in einer bilanziellen Kernschmelze endet, wäre das Wahlergebnis im Ländle sicher anders ausgefallen. Besonders pikant ist die personelle Verflechtung: Im VW-Aufsichtsrat sitzt mit Julia Willie Hamburg eine grüne Ministerin direkt an der Quelle. Dass die Hiobsbotschaften erst nach Schließung der Wahllokale publik wurden, wirkt wie eine gezielte Zurückhaltung zum Schutz von Cem Özdemirs Wahlkampf. Auch der ÖRR blieb hier seltsam zahm.
Im Wahlkampf berief sich Manuel Hagel immer wieder auf die Tradition großer CDU-Ministerpräsidenten wie Erwin Teufel. Es wäre nun an der Zeit, diesen Worten Taten folgen zu lassen und Teufels Leitsatz umzusetzen: „Erst das Land, dann die Partei und erst danach die Person.“ Wer das Land wirklich an erste Stelle setzt, darf sich nicht zum Juniorpartner einer Partei machen lassen, deren Politik unsere industrielle Basis gefährdet. Wahre Verantwortung für Baden-Württemberg bedeutet heute auch über neue Mehrheiten mit der AfD nachzudenken, um den wirtschaftlichen Absturz zu stoppen und den Wählerwillen nach einer bürgerlichen Wende zu respektieren. Alles andere wäre machtpolitische Taktik auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Herr Hagel muss sich entscheiden, ob er das Land retten oder nur den Posten eines Juniorpartners verwalten will.
Leserbriefe | 13.07.2026 - 05:00
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