Oliver Cosolo, Neuffen. Zum Artikel „Heiße Diskussion um Verkehrsinsel“ vom 24. September.
Die neue Querungshilfe in der Neuffener Straße ist sicherlich gut gemeint. Aber wie so oft stellt sich die Frage, ob „gut gemeint“ an dieser Stelle auch wirklich „notwendig“ bedeutet. Denn wer dort die Neuffener Straße überqueren möchte, befindet sich keineswegs in einer verkehrstechnischen Wildnis. In unmittelbarer Nähe gibt es gleich zwei ampelgeregelte Möglichkeiten, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Der dafür notwendige kleine Umweg dürfte sich in einer Größenordnung bewegen, die auch einem durchschnittlich trainierten Fußgänger ohne vorheriges Höhentraining zugemutet werden kann.
Natürlich sollen Fußgänger sicher unterwegs sein. Ebenso darf eine Verkehrsplanung aber auch die Interessen der motorisierten Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Wer Nürtingen mit Auto/Motorrad durchquert, bringt inzwischen schließlich einiges an Erfahrung mit: Tempo 30 hier, die nächste Ampel dort und dazwischen genügend Zeit, die nähere Umgebung ausgiebig zu betrachten. „Verkehrschaos-City NT“ mag etwas überspitzt sein – völlig aus der Luft gegriffen fühlt es sich für manchen Autofahrer allerdings auch nicht an.
Gerade deshalb muss nicht jede denkbare Abkürzung für Fußgänger mit einer zusätzlichen baulichen Querungsmöglichkeit versehen werden. Wo sichere Ampelanlagen nur wenige Gehsekunden entfernt sind, darf man meines Erachtens auch erwarten, dass diese genutzt werden. Verkehrsplanung bedeutet schließlich, unterschiedliche Interessen vernünftig gegeneinander abzuwägen. Sicherheit für Fußgänger: selbstverständlich. Ein möglichst funktionierender Verkehrsfluss auf einer stark befahrenen Straße: aber bitte ebenfalls.
Vielleicht wäre die einfachste Querungshilfe an dieser Stelle deshalb ein freundlicher Hinweis gewesen: „Zur Ampel bitte ein paar Meter nach links oder rechts.“ Das wäre vermutlich günstiger gewesen – und angefahren hätte das Schild möglicherweise auch nicht ganz so oft werden können.
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