Herbert Schölch-Heimgärtner, Neuffen. Zu „CDU lässt Streit mit Grünen eskalieren“ vom 12. März.
Die Union hat die Wahl knapp verloren – doch muss sie auch gleich den Verstand verlieren? Die Forderung, Özdemir als Wahlsieger müsse das Wahlprogramm des Verlierers eins zu eins übernehmen, ist hanebüchen und zeigt tiefe Verachtung für den Wählerwillen. Die Selbstinszenierung der Union als Opfer einer „Schmutzkampagne“ klingt fatal nach „gestohlener Wahl“. Welcher Schmutz eigentlich? Ein Video tauchte auf, das eine von Hagels selbst gewählten Selbstinszenierungen zeigt: instinktlos und unreif für einen 29-jährigen Politiker. Mist! Schien bisher die Wahl der Union gesichert, hat man plötzlich im Blick, wen sie zum (recht unbekannten) Spitzenkandidaten gemacht hat – eine Schnellzüchtung mit fragwürdiger Substanz.
Der lieferte im eigenen Wahlkampf eine genauso verkorkste Selbstdarstellung, ebenfalls aus freien Stücken: einen fernsehbegleiteten Auftritt ausgerechnet an einer Gemeinschaftsschule. Dieses Konzept stärken? Nein, vielmehr steht Hagel für die Selektion des überkommenen gegliederten Schulsystems – für Integration und Inklusion haben „wir“ eh zu wenig Personal, und außerdem kein Herz für Benachteiligte. Als Hagel dann noch einwilligt, den Schülern den Treibhauseffekt zu erklären, wird es grotesk: wie ein Pennäler rät er sich durch die anschauliche Grafik und fabuliert von einer dünner werdenden Atmosphäre – wieder Mist! Die Lehrerin: „Ich bin beeindruckt!“ Die Sprecherin der Union liest dies offenbar als deren Zustimmung (sie sei mit den Erklärungen zufrieden gewesen), weil „von so viel Inkompetenz“ nicht über ihre Lippen kam. Damit macht sich die Union diese Inkompetenz in Klimafragen zu eigen, und das vor Koalitionsverhandlungen mit den Grünen.
Immerhin ist zu hoffen, dass im Ländle der eklatante Fachkräftemangel in der Politik durch einen grünen Ur-Schwaben mit Migrationshintergrund als Ministerpräsident etwas abgemildert wird.
Leserbriefe | 20.03.2026 - 05:00
Selbstbewusste SPD ist dringend nötig
Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Geschockt vom Wahlergebnis“ vom 13. März.
Der Schock beim „uralten Sozialdemokraten“ scheint leider nicht besonders heilsam gewesen zu sein. Zur Einsicht, dass die SPD seit Jahren eigene Fehler macht, führte ...
Leserbriefe | 20.03.2026 - 05:00
Wahlerfolg der Grünen ist eine Art Pyrrhussieg
Walter Stahli, Nürtingen. Zum Artikel „Video oder Wirtschaft – was hat die Wahl entschieden?“ vom 16. März.
Die Euphorie der Grünen angesichts der relativ guten Ergebnisse bei der Landtagswahl ist verständlich. Denn laut den vorläufigen ...