Leserbriefe

Der alljährliche Silvester-Wahnsinn

Dorothee Reicherter, NT-Raidwangen. Zum Artikel „Wo Böller und Raketen verboten sind“ vom 31. Dezember.

Wie jedes Jahr wurde auch dieses Mal wieder ins neue Jahr geböllert. Dieses Ritual zu Jahresbeginn fordert viele Leben wildlebender Tiere, stresst Haustiere und ihre Besitzer, verursacht Unfälle und sorgt dafür, dass bereits bevor der erste Tag des Jahres verstreicht, rund ein Prozent der jährlichen Feinstaubmenge in Deutschland freigesetzt wird (die Produktion von Böllern und Raketen nicht mit eingerechnet).

Zudem bleibt eine enorme Menge Müll auf öffentlichen Plätzen, Straßen und Feldern zurück, um den sich das Personal der Gemeinden kümmern muss. Die Haushaltslage der Kommunen ist derart angespannt, dass über die Schließung öffentlicher Bäder und Einsparungen in zahlreichen Bereichen diskutiert wird. Wäre es da nicht sinnvoll, Kosten für Reinigung und Entsorgung zu reduzieren sowie Bürger vor Lärm- und Luftverschmutzung zu schützen?

Ist dieses Ritual noch zeitgemäß oder handelt es sich um einen längst überfälligen Brauch? Ja, die Arbeitsplätze der Pyrotechniker wären bei einem Verbot der Knallerei gefährdet, doch auch für diese Menschen ließen sich alternative Beschäftigungsmöglichkeiten finden.

Eine Umfrage, ein Bürgerentscheid oder ein Beschluss der Städte und Gemeinden mit einer Wahlmöglichkeit für oder gegen ein zentrales Neujahrsfeuerwerk könnte eine Lösung sein. Der beste Zeitpunkt, um zukünftige Veränderungen anzustoßen und Maßnahmen zu ergreifen, ist jetzt.

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