Kai Holder, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Enttäuschender Start“ vom 15. Mai.
In dem Kommentar bezeichnet Reiner Ruf es als „Liederlichkeit“, dass nicht alle Abgeordneten der Koalition für den Ministerpräsidenten gestimmt haben. Ich sehe das gänzlich anders: Was er als Schwäche interpretiert, ist in Wahrheit Demokratie, wie sie eigentlich sein sollte.
Die Zeitung hat sich in der politischen Berichterstattung offenbar so sehr an den Fraktionszwang gewöhnt, dass eine Abweichung sofort als Skandal gewertet wird. Dabei wird das Wesentliche vergessen: Ein Abgeordneter ist laut Verfassung nur seinem Gewissen und dem Gesetz verpflichtet – und eben nicht blindlings seinem Parteibuch oder dem Fraktionszwang.
Es zeugt von politischer Integrität und einem lebendigen Parlamentarismus, wenn Volksvertreter keine bloßen „Abnick-Maschinen“ sind, sondern ihre Entscheidung auf Basis eigener Überzeugungen treffen. Ein Wahlergebnis, das nicht zu 100 Prozent am Reißbrett der Parteizentralen entworfen wurde, ist kein Zeichen von Instabilität, sondern ein Beleg für ein freies Mandat.
Anstatt das Ergebnis zu rügen, sollten wir froh darüber sein, dass es noch Repräsentanten gibt, die den Mut zur eigenen Meinung haben. Das ist kein Armutszeugnis, sondern gelebte Demokratie.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...