Kai Hansen, Nürtingen. Zum Leserbrief „Die Strategie der Ausgrenzung“ vom 22. Mai.
Die Frage von Herrn Kromer, ob es auch nüchterne und überzeugende Demokraten gibt, die schlüssig erklären können, welche Strategie hinter diesem Kurs steckt und was eigentlich erreicht werden soll, trifft einen Kern demokratischer Grundhaltung: Wovon lässt sich ein Überzeugter, Frustrierter oder Verunsicherter denn tatsächlich überzeugen? Die Merkeljahre waren nicht links, vielmehr hat man anstehende Reformen und Innovationen zugunsten eines trügerischen Shareholder-Gewinns der nächsten Regierung vererbt. China lässt grüßen. Wen soll es denn überzeugen, wenn das nun wieder mit überkommenen Methoden, Reformangst und Reformverweigerung repariert werden soll? Ob Gaskraftwerke, Technologieoffenheit oder das Erschweren von Einwanderung die nötige Erneuerung bringen oder doch nur wieder potemkinsche Kulissenmalerei bedeuten?
Manche überzeugt es, wenn auf einem toten Gaul jemand mit tollen Sprüchen in die Arena reitet. Doch wie weit trägt das? Eine Demokratie, in der jede und jeder nur sinnlos sich selbst folgt und glaubt, geht zugrunde. Sinn macht nur, was dem Ganzen dient. Und das Ganze ist nun einmal global und lokal zusammenzudenken. Demokratie ist überzeugend, wenn Hand und Fuß, Kopf und Herz gesund zusammenwirken.
Die Wirtschaftsversprechen und -methoden des 20. Jahrhunderts müssen sich kritischen Fragen stellen. Die KI wird uns nicht retten. Vertrauen und Miteinander schon eher.
Leserbriefe | 10.10.2026 - 05:00
Endlich in die Gänge kommen
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Große Pflegereform vertagt: Mehr Beiträge für Kinderlose“ vom 1. Oktober.
Was ist das für eine Regierung, die selbst keine Beschlüsse zustande bringt? Es wird Tag und Nacht zusammen gesessen und dann ...
Leserbriefe | 10.10.2026 - 05:00
Ein schlechter Scherz
Jürgen Merkle, Neuffen. Zum Artikel „Spahn verlässt Haushaltsausschuss“ vom 30. September.
Wenn die CDU über den Arbeitsmarkt debattiert, klingt das gewöhnlich so: Die Work-Life-Balance sei eine Fehlentwicklung, Teilzeit ein bequemer „Lifestyle“ und ...