Leserbriefe

Berufsverbot und Zensur

Jürgen Kull, Frickenhausen. Zum Artikel „Zukunft von Berlinale-Chefin Tuttle offen“ vom 27. Februar.

Unerträglich sind Heuchelei und Doppelmoral der CDU. Mutige Menschen, die nichts als die Wahrheit aussprechen, sollen zensiert und zum Rücktritt gedrängt werden. Frau Albanese, die UN-Sonderbeauftragte, wurde unserem Außenminister zu unangenehm. Und die Berlinale-Chefin Tuttle sollte, wenn es nach der CDU ginge, ebenfalls gefeuert werden. Beide sprachen oder duldeten die Wahrheit und sind zum Glück Menschen mit Rückgrat. Was ist nur aus der Meinungsfreiheit in Deutschland geworden? Die Wirklichkeit der CDU scheint irgendwie anders auszusehen. Sie hofiert Diktatoren in China, Katar, Saudi-Arabien und eine rechtsextreme israelische Regierung.

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg von USA und Israel wird von unserem Kanzler salopp mit „Die machen für uns die Drecksarbeit“ kommentiert. Das Völkerrecht spielt dabei keine Rolle, ob neuer illegaler Siedlungsbau in der Westbank oder die andauernde Bombardierung von Gaza und Nachbarstaaten. Nun hat die israelische Regierung erlaubt, dass israelische Siedler den Palästinensern Land abkaufen dürfen. Das sieht folgendermaßen aus: Zuerst gibt es ein unverschämt niedriges Kaufangebot, und wenn der Palästinenser nicht drauf eingeht, kommt man bei der nächsten „Verhandlungsrunde“ mit Waffengewalt. Mehrere Palästinenser verloren so bereits ihr Leben. Was also hat der Filmemacher Alkhatib auf der Berlinale so Falsches gesagt? Die Antwort ist einfach: Es war nicht die Meinung unserer Regierung. So etwas nennt man Zensur, würde man seines Postens enthoben, ist es Berufsverbot.

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