Gunnar Merkert, Großbettingen. Zum Artikel „Wer bringt Kindern künftig Musik bei“ vom 9. Januar.
Ich selbst bin seit rund 30 Jahren hauptberuflich als Musiklehrer an drei Musikschulen tätig. Dieses Problem ist an allen Musikschulen aktuell und kommt nicht überraschend. Etwa 60 bis 70 Prozent meiner Kollegen gehen in den Ruhestand. Warum ist der Beruf so unbeliebt? Bisher lag es auch an der Bezahlung. Zum größten Teil waren wir als Honorarlehrer beschäftigt. Eine Studie des Tonkünstlerverbandes hat gezeigt, dass Musiklehrer teilweise 13.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Durch das Herrenberger Urteil hat sich vieles verbessert. Aber hier müssen dann die Kommunen in die Pflicht genommen werden und dürfen nicht die Zuschüsse komplett streichen, wie in der jüngeren Vergangenheit passiert.
Besonders krass war ein Fall im Saarland, wo eine Musikschulleiterstelle im Ehrenamt gesucht wurde. Ein Musikschulleiter bestätigte mir gegenüber, dass er keine Lehrer findet und 80 Lehrer anrufen musste, bevor er einen Blockflötenlehrer gefunden hat. Auf eine Anzeige bekam er keine Bewerbungen. Studenten als Lehrer sind auch keine Lösung, weil diese nach kurzer Zeit die Musikschulen wieder verlassen. Wir benötigen langfristige Verpflichtungen. Hier müssen die Musikhochschulen in die Pflicht genommen werden. Diese dürfen nicht nur künstlerisch ausbilden, sondern auch pädagogisch. Nicht jeder kann Orchestermusiker werden. Wenn im Bereich der Musikschulen nicht viel passiert, wird sich das später auch im Profibereich auswirken, weil dann die Ausbildung fehlt. Die Professoren veröffentlichten in der Tat oft nur Erfolge, wenn ein Student eine Anstellung im Orchester bekommen hat. Eine Anstellung im Musikschulbereich wird oft nicht berücksichtigt und anerkannt. Wir benötigen ein komplettes Umdenken an den Musikhochschulen, ansonsten gehen wir kulturell noch schwereren Zeiten entgegen. Das gleiche Problem besteht im Laienbereich. Viele Musikvereine und Chöre finden heutzutage keine Dirigenten mehr. Ist der Laienbereich weniger wert?
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Rückhalt für Entscheidungsträger
Franziska Reuß, Nürtingen.
Mit Verwunderung stelle ich immer wieder fest, dass die Kritik am Projekt Stadtbalkon nach über drei Jahren nicht abebbt. Die Möglichkeit, politische Entscheidungen zu kritisieren, ist glücklicherweise Grundpfeiler unserer ...
Leserbriefe | 13.03.2026 - 05:00
Keine sinnvolle Forderung
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Zitat des Tages von Jan van Aken vom 5. März.
Die Linke kann solche Forderungen stellen, weil sie hoffentlich nie in Regierungsverantwortung kommt. Leider gibt es immer ein paar Leute, die glauben, wenn die ...