Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Wie lange noch?“ vom 4. März.
Die Frage des Leserbriefschreibers – „Wie lange noch?“ – ist inzwischen beantwortet. Der Souverän des Landes hat gesprochen: die Wählerinnen und Wähler. Nach einem langen Wahlmarathon im Fotofinish haben sie Cem Özdemir von uns Grünen mit dem Amt des Ministerpräsidenten betraut. Offenbar trauen sie ihm diese Aufgabe eher zu als Manuel Hagel.
Das eigentliche Ergebnis dieser Wahl ist jedoch ein anderes: Die parlamentarische Mitte hat gewonnen. Die Partei, die inzwischen als rechtsextremer Verdachtsfall geführt wird, hat ihr Ziel verfehlt. Sie bleibt das, was sie schon zuvor war – eine laute, aber politisch wirkungsarme Opposition. Zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Grünen und CDU können damit unter neuem grünen Ministerpräsidenten fortgesetzt werden. Auch das ist eine klare Botschaft der Wählenden.
Der Wahlkampf ist nun vorbei. Deshalb darf man auch über manche Unhöflichkeit der vergangenen Wochen milde hinwegsehen – selbst über die Bezeichnung „Psalmenklopferin“. Wer im politischen Meinungsaustausch zu solchen Vokabeln greift, sagt am Ende meist mehr über sich selbst als über sein Gegenüber. Zum Schluss fällt mir eine Szene ein, die ich einmal als Zaungast bei einem AH-Fußballspiel auf dem Waldheim gehört habe. Ein Spieler rief seinem Mitspieler zu: „Du Seckel – morga müsset mir wieder zsamma schaffa!“ Genau darum geht es jetzt. Das Morgen hat begonnen.
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