Sebastian Mayer, Riederich. Zum Artikel „Für großzügige Freiräume am Neckar“, vom 19. Januar: Klar wäre es eine super Lage für ein Hotel, prima Anbindung an die Metropolen der Region, netter Ausblick und so weiter. Aber braucht’s das an der Stelle? Bestimmt gibt es an anderer Stelle auch ein schönes Plätzle zum zubetonieren, dann haben die Nürtinger (und alle anderen auch) immerhin noch dieses grüne Stück.
Dieses grüne Stück sieht in 25 Jahren immer noch toll aus, beim Hotel bin ich mir ja nicht mal sicher, ob das überhaupt jemals gut aussehen wird. Wahrscheinlich so gut wie die anderen Betonklötze in Nürtingen sonst auch. Habt doch jetzt erst wieder einen neuen bekommen. So hübsch, ich war ja ganz sprachlos, da kam glaub was Dickes den Hals hoch. Mich hat es als Ex-Oberensinger vor einiger Zeit aus Nürtingen wegverschlagen, es regt mich aber noch immer auf, dass sich absolut nichts verändert. „Bürgernähe“ ist da nur ein Schlagwort von vielen. Ja wo ist sie denn? Streicht doch wenigstens dieses eine Wort aus eurem Vokabular oder ersetzt es gleich durch „Bürgerverar . . . e“.
Mich lässt das Gefühl nicht los, dass irgendwelche Gemeinderatsentscheidungen kurzfristig, spät in der Sitzungsnacht, einseitig beleuchtet vorgetragen einfach durchgewunken werden. Spätere Gegenwehr der Bürger wird gnadenlos ignoriert.
Das kann’s doch nicht sein. Es gibt so viele gute alternative Vorschläge zur Gestaltung des Neckarufers, nehmt doch einen davon, setzt das Hotel woanders hin und gut.
Und um auf das Interview zu kommen: Ja, ich bin kein solch ein Bürger mehr, wäre es aber, wenn ich hier wählen dürfte. Und wenn es keinen Biergarten ohne Hotel gibt, dann trinke ich es gerne woanders. Aber ich kann mich dann am Neckar auf die Wiese setzen. Außerdem redet Oberbürgermeister Heirich von „mehr Grün“, mehr Grün durch eine Restaurantterrasse mit Betonklotz? Jô, dô sagad mr bessr nix drzua. Nur eine Sache noch: Den Herren Braunmüller und Eisele sowie allen anderen Mitstreitern viel Erfolg!
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