Jürgen Kull, Frickenhausen-Tischardt. Zum Artikel „Es fehlt der klare Blick für die Bedrohung“ vom 6. Dezember.
Selten war eine Überschrift treffender – doch sie trifft letztlich ihren Verfasser. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeigt überdeutlich, wie rasant sich Kriegsstrategie und Militärtechnik in kurzer Zeit weiterentwickelt haben. Drohnen und Robotik bestimmen zunehmend das Gefechtsfeld. Deutschland hinkt dieser Entwicklung weit hinterher.
Gefragt sind daher nicht Aktionismus und Kriegshysterie, sondern eine fundierte Ausbildung unserer Jugend. Die Anbiederung an einen unberechenbaren amerikanischen Präsidenten, der Europa insgesamt wenig Wertschätzung entgegenbringt, führt jedoch dazu, dass Merz an der falschen Stelle investiert: nicht in Bildung, sondern in eine Bundeswehr ohne klares Konzept.
Die Folge ist, dass Europa die Zeche dieses unsinnigen Krieges zahlt, wirtschaftlich an Boden verliert und zunehmend außerstande ist, bei den Schlüsseltechnologien der Zukunft eine führende Rolle zu spielen. Wäre ich heute jung, hätte ich ebenfalls wenig Motivation, im Ernstfall für eine Bundeswehr zu kämpfen, die nicht nur technologisch rückständig ist, sondern auch die Zeichen der rasanten Entwicklung moderner Kriegstechnik noch nicht erkannt hat.
Dies zeigt sich etwa in der Hilflosigkeit bei der Drohnenabwehr, der Anfälligkeit für das Hacken unserer Netze, der Verbreitung von Fake News und nicht zuletzt in der fortbestehenden Abhängigkeit von den USA. Bei klarem Blick müssten die Curricula an den Schulen dringend modernisiert und massiv in das Bildungssystem investiert werden, damit Deutschland künftig wieder wirtschaftlich erfolgreich und damit auch wieder verteidigungsfähig sein kann.
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Bunker statt Blindflug
Sibylle Heller-Scheufele. Zum Artikel „Das Munitionsdepot ist halb mit Erde bedeckt“ vom 19. Mai.
Ich bin doch ein wenig verwundert, warum man in diesen unsicheren Zeiten vorhandene Bunker für viel Geld unter Erdaushub vergräbt. Gleichzeitig gibt es ...
Leserbriefe | 30.05.2026 - 05:00
Staatsräson darf kein Schweigen bedeuten
Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Rechte Regierung schürt rechte Gewalt“ vom 22. Mai.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Vorab: Die immer wieder aufgeführte „Staatsräson“ verstehe ich so, dass der Staat Israel mit seinen mehrheitlichen ...