Udomar Rall, Nürtingen. Zum Leserbrief „Die folgenschwerste Fehlentscheidung“ vom 21. März.
Atomausstieg verantwortlich für den Untergang der deutschen Industrie? Die Äußerungen von Herrn Schneider könnte man bestenfalls als verfrühten Aprilscherz sehen. Mit Fakten haben sie rein gar nichts am Hut. Weltweit spielt die Atomkraft eine untergeordnete Rolle mit vier bis fünf Prozent des gesamten Energieaufkommens, neun Prozent an der Stromerzeugung. Die letzten drei AKW trugen noch fünf bis sechs Prozent zum deutschen Strommix bei, während die Erneuerbaren aktuell bereits 55 bis 60 Prozent leisten.
Solarenergie ist die günstigste Stromgewinnung. Atomkraft dürfte die teuerste sein. In unserer aktuellen Situation hoher Energiepreise ist sie keine Lösung. Bauzeiten neuer AKW: rund zehn Jahre oder mehr. Analog verdoppeln sich erfahrungsgemäß die veranschlagten Baukosten (10 bis 20 Milliarden). Die Minireaktoren (SMRs) spuken vor allem in den Köpfen. Die Realität sieht ganz anders aus. Sie sind weder „klein“ noch kostengünstig. Die Vorstellung von Serienvorteilen erweist sich bei genauerer Betrachtung als Illusion – Fördergelderverschwendung.
AKWs wären tatsächlich umweltfreundlich wegen null direkter Emissionen und liefern zuverlässig Strom. Aber die Endlagerung der Brennstäbe ist nach wie vor ungelöst und kostet den Steuerzahler Unsummen. Die Beschaffung von Uran ist begrenzt und schafft neue Abhängigkeiten, insbesondere von Russland; der Abbau ist umweltschädlich. Brennstabrecycling nur Theorie. Unfallrisiko GAU.
Und militärisch? Wollen wir uns nach aktuellen Krisenerfahrungen einer sehr hohen Gefahr aussetzen (gerade ein AKW im Iran getroffen) mit einer Vielzahl laufender AKWs als Ziele? Moderne Waffen und Terrorismus/Sabotage stellen eine große Gefahr dar. Deshalb: Raus aus der fossil-konservativen Ideologie der Verbrennung und Spaltung und mit Nachdruck Ausbau der Erneuerbaren und der Netze.
Leserbriefe | 26.08.2026 - 05:00
Strombilanz mit Lücken
Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Null Megawatt als ,gutes Zeichen‘“ vom 19. August.
Im Artikel wird zitiert, dass 60 Prozent des „Stroms“ in Baden-Württemberg von „Erneuerbaren“ kommen. Das stimmt, aber mit Einschränkung. Es sind 60 Prozent ...
Leserbriefe | 26.08.2026 - 05:00
Kein Pakt mit Verfassungsfeinden
Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Sperrig, aber mutig“ vom 22. August 2026.
Was daran mutig sein soll, mit einer Partei gemeinsame Sache zu machen, die auch in Baden-Württemberg aus gutem Grund vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer ...